Ein geregelter Tagesablauf 23. Juli 2008
Posted by frischmax in Alltag.Tags: Alltag, Leben, Privat, Studium
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Jaja, das kam jetzt doch überraschend. Bedingt durch den Zivildienst, den ich unmittelbar nach dem Abitur im letzten Jahr angetreten hatte und der damit im Mai in diesen Jahres (endlich) vorbei war, hatte ich ziemlich viel Freizeit in letzter Zeit. Um genau zu sein: In den letzten Monaten. Die paar Gelegenheitsjobs haben da auch nichts dran geändert; alles in allem konnte ich getrost in den Tag, ach was, in die Wochen hinein leben.
Mit der freien Wahl der Schlafens-, Essens- oder Akivitätszeit ist es aber vorerst vorbei. Das ist gut so, wurde mir doch schon nach den ersten zwei Wochen in Freiheit schnell langweilig. War früher mit den Schulferien auch nicht anders. Aber man gewöhnt sich dann ja doch an die Langeweile. Ich habe mich also eigentlich auch darauf gefreut, dass im August und spätestens im Oktober mit dem Studium wieder ein sinnstiftendes Element in die gähnende Leere treten würde. Trotzdem kamen die ganzen Vorbereitungen dafür, die sinniger Weise ja vorher und damit bereits im Juni/Juli erledigt werden müssen, jetzt fast ein bisschen zu schnell.
Und so habe ich jetzt
- einen Job als Betreuer beim örtlichen Ferienprogramm für Kinder und Jugendliche
- einen Job als Interviewer bei einem Marktforschungsunternehmen
- ein Zimmer in einer WG in meinem Studienort
- ein Vorpraktikum für mein Studium
- noch ein bisschen Geld
So schnell ging das jetzt, so schnell stehe ich jetzt in dem Leben, dass ich in meiner Schulzeit immer nicht erwarten konnte. Ich werde zwar ständig mit irritierten Blicken bedacht, wenn ich meinen bereits studierenden Freunden vorschwärme, was ich mir von meinem Studium erhoffe – aber ich freue mich tatsächlich wie ein Irrer, dass es endlich losgehen kann.
Freilich ist noch nicht alles geklärt. Wie ich mein Studentenleben und noch mehr meinen bisher gepflegten Lebensstandard finanzieren soll, ist noch nicht ganz raus. Bafög, Kindergeld und durch meine zwei jüngeren Geschwister hoffentlich die Befreiiung von den Studiengebühren wären schonmal ein Anfang. Des Weiteren werde ich mich um ein Stipendium bewerben – versuchen kann man es ja mal. Ich bin zwar kein schulischer Überflieger gewesen. Aber, wer weiß, in meinem Wunschstudium könnten die Noten ja auch was werden. Und außerdem zählt nicht nur diese Leistung, sondern auch Engagement auf anderen Gebieten, und da habe ich durchaus was vorzuweisen.
Soviel zu meinem Privatleben. Interessantere Artikel als diesen möchte ich aber heute oder morgen auch noch reinstellen, keine Sorge. Zeit für das Anschauen schlechter Filme ist mir nämlich schon noch geblieben.
Etwas mehr Verantwortung 18. Juli 2008
Posted by frischmax in Deutschland, Gesellschaft, Nachgedacht.Tags: Deutschland, Empathie, Gesellschaft, Mitgefühl, Verantwortung
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Verantwortung – dieses Wort klingt für mich ziemlich verbraucht. Eigentlich ja auch kein Wunder, fließt es doch über unsere Lippen wie das Wasser eines Flusses über Steine. Und im Prinzip ist ja auch jeder dazu berechtigt, diesen Begriff zu gebrauchen, oder? Schließlich übernimmt beinahe jeder Mensch irgendwo Verantwortung für etwas oder für andere Menschen. Jedenfalls trichtern uns das diese schönen und außerordentlich melodiösen Werbespots von Initiativen ein, die sich wohlklingende Bezeichnungen wie „Die Gesellschafter“ oder „Du bist Deutschland“ geben.
Doch was ist Verantwortung denn überhaupt? Unternehmen fühlen sich meistens Aktionären oder gerne auch „dem Gewinn“ verantwortlich. Politiker handeln im Sinne des Wohls der Allgemeinheit. Und Otto Durchschnittsbürger liegt viel an seiner Umwelt. Großartig, könnte man meinen. Jeder kümmert sich um etwas, toll. Doch genau im letzten Wort des vorigen Satzes liegt das Problem: Etwas. Irgendetwas nimmt für einen jeden Menschen einen besonderen Stellenwert ein, sodass er sich darum kümmert oder es immerhin versucht. Nur leider ist dieses Etwas genauso belanglos, wie es der Begriff vorsieht: Es hat in den meisten Fällen keine tiefere Bedeutung mehr.
Mitglied zu sein, ob bei den Tierschützern oder bei der Feuerwehr, Beiträge zu zahlen, ob an die
Kindernothilfe oder an Projekte in weiter Ferne – das ist „in“, das ist wichtig heuzutage. Und oft genug erzählen ja die Moral- und Sittenwächter höchtspersönlich, man solle sich kümmern und Verantwortung übernehmen. Über irgendetwas oder irgendwen. Das Motto lautet: Egal was, aber mach’ etwas.
Doch genau daran habe einiges auszusetzen. Verantwortung setzt nämlich manchmal, und in zwischenmenschlichen Bereichen eigentlich immer, mehr voraus als nur ein bisschen mehr zu tun als gar nichts. Bevor ich mich für etwas einsetze oder gar aufopfere, bevor ich Mühe, Arbeit und Emotionen aufwende, bevor ich das tue, muss ich mir doch Gedanken machen über denjenigen, dem diese Verantwortung gilt. Und freilich, gewisse Organisationen wollen mich glauben machen, es sei egoistisch, sich Gedanken über das „Warum“ und „Wofür“ zu machen. Selbstlosigkeit ist gefordert, jedenfalls dem Arbeitgeber gegenüber. Frage nicht was deine Firma für dich tun kann, frage was du für deine Firma tun kannst (nicht von ungefähr ist meines Wissens nachfolgender Clip eines der Vorbilder des „Du-bist-Deutschland“-Gefasels).
Uns wird suggeriert, vorallem die Initiative zähle und das Ziel sei eher zweitrangig. Dabei ist, und das haben ja die Marketingstrategen längst erkannt, der Grund (im Idealfall ist der Grund das Ziel von Verantwortung, und umgekehrt) das Wichtigste. Denn nur wenn ich weiß, warum und wofür ich mich anstrenge, kann diese letzten Endes doch auch erfolgreich sein.
Doch wenn ich mich umschaue, sehe ich nur jene vollkommen leere Hülse Verantwortung: Wir schrauen Energiesparlampen in die Fassungen, wir kaufen Fair-Trade-Kaffee. Wir bejammern die Hungertoten dieser Welt und finden Doping total schlimm. Wir sind bekümmert ob dieser schlimmen Welt und leisten unseren Beitrag durch anonyme, objektive Spenden von Geld, Material und – und was? Emotionen? Empathie? Menschlichkeit?
Irgendetwas fehlt bei „etwas“ Verantwortung.
Stephen King: Schwarz (Der Dunkle Turm) 16. Juli 2008
Posted by frischmax in Literatur.Tags: Der Dunkle Turm, Revolvermann, Roland, Schwarz, Stephen King
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Ist es Zufall, dass mir die Bücher von Stephen King gerade in der Zeit in die Hände fielen, als ich im Deutsch-Leistungskurs mit ganz anderer Literatur beschäftigt war? Vielleicht nicht. Wenn jede Unterrichtsstunde mit neuen, gewaltigen und intellektuell anspruchsvollen Sprachkunstwerken aufwartet, wenn der Kopf von stundenlanger Analyse und Interpretation langsam genug hat, genau dann tut es unglaublich gut, sich in die oftmals als trivial abgestempelten Geschichten eines Stephen King zu flüchten. Für einen (bayerischen) Elitekurs am Gymnasium ist das freilich völlig belanglos. Aber mit nachfolgender Rezension möchte ich nicht nur meinen persönlichen Respekt vor einem der produktivsten Autoren der Gegenwart kundtun, sondern auch auf einige Merkmale verweisen, die hinderlich sein können, wenn der Meister des Horrorgenres nur auf ebendieses und weitgehend niveaulose Massenunterhaltung reduziert wird.
„Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste, und der Revolvermann folgte ihm.“
Dieser unscheinbare Satz leitet ein unglaublich seitenstarkes Fantasyepos ein: Der Roman Schwarz steht am Anfang der siebenbändigen Saga um den „Dunklen Turm“, den der gerade erwähnte Revolvermann sucht. In dem kürzesten Band der Reihe – King stellte Schwarz bereits Ende der 70er Jahre und damit Jahrzehnte vor den letzten Teilen fertig – muss Roland Deschain, so der Name des einsamen Helden, jedoch erst Marten finden, jenen geheimnisvollen schwarzen Zauberer, der Rolands Jugend und seine Heimat zerstörte. Durch eine schier unendliche Wüste hindurch holt er auf seiner Jagd immer weiter auf. Doch Walter, wie der schwarze Mann auch heißt, stellt ihm viele Fallen. Das Dorf Tull, eine kleiner Außenposten der untergehenden Zivilisation, rottet der Revolvermann komplett aus, als die gegen ihn aufgehetzten Bewohner sich auf ihn stürzen wollen. Und auch der Junge Jake, der durch Marten aus einer anderen Welt in die des einsamen Helden befördert wurde, muss sein Leben lassen: Roland sucht den Dunklen Turm. Diesem Wunsch ordnet er alles unter und opfert Jake, als der Schwarze Mann dies als Gegenleistung und Prüfung für die Antworten fordert, die der Revolvermann braucht um seinen Turm zu finden.
Die Story an sich verläuft, man ahnt es beim Lesen dieser kurzen Zusammenfassung, sehr geradlinig.
Das wird so mancher Kritiker dazu nutzen, um King Unfähigkeit und Einfallslosigkeit zu attestieren. Das ist vielleicht auch durchaus wahr; steht dieser Roman doch noch am Anfang der Karriere dieses Autors. Andererseits, und diesen Standpunkt vertrete ich, dient die Geradlinigkeit einfach dazu, den Zweck dieses Buches zu verdeutlichen und den Protagonisten sehr gut einzuführen: Schwarz ist der Auftakt, die 300 Seiten starke Einleitung (bei mehr als 4000 Seiten insgesamt ist das nicht mehr so viel; aber Quantität soll hier nicht der Maßstab sein) zur eigentlichen Geschichte: der Suche nach dem Dunklen Turm. Und Der Protagonist Roland Deschain verfolgt dieses Ziel äußerst konsequent; er geht über Leichen und keinen Schritt zurück. Insofern ist die Reise schnurstracks dem Schwarzen Mann hinterher, durch die Wüste, über die Berge bishin zum finalen Aufeinandertreffen nur stringent.
Jedoch: Rückblenden reichern die Geschichte natürlich an. So hat der recht schweigsame Held am Beginn der Erzählung bereits das Massaker von Tull hinter sich; erst langsam sickert die Erinnerung an dieses Ereignis aus Roland heraus, gleichsam dem Wasser, dass sie unbarmherzige Wüstensonne aus ihm herausdorrt. Auch im weiteren Verlauf, etwa als der Revolvermann mit Jake wieder einen Gesprächspartner findet, gibt er Stück für Stück Erinnerungen und Zusatzinformationen preis. All das unterstützt aber nur die erste Hälfte des Buches, indem die Wüste über allem steht. Die Zeit wird durch diese Bruchstücke aber auch durch die Beschreibungen und inneren Monologe ausgedehnt, die riesige Wüste wird so für den Leser erst wirklich erlebbar. Insgesamt muss aber eine Raffung der Zeit festgestellt werden, da Roland zwar Wochen unterwegs ist, aber nur die Schlüsselmomente geschildert werden.
Natürlich gibt der Roman wesentlich mehr her, der Einfachheit halber möchte ich auf einige beispielhafte sprachliche Merkmale hinweisen. Der Deutschunterricht richtet mehr oder weniger Schüler darauf ab, bestimmte Stilmittel zu erkennen, die dafür stundenlang wiederholt und auswendig gelernt werden. Und nicht selten geht es dann so zu wie bei Jagdhunden: Ob der gefundenen Beute wird alles andere vergessen und stehen und liegen gelassen – auch so manches Stilmittel, das vielleicht nicht im Lehrbuch steht, dafür aber umso gewichtiger ist. Bei Stephen King fällt auf, dass er unglaublich viel ausdrückt und den Leser lenkt, indem er das Schriftbild verändert. Auf derartige Mittel eines Autors wurde selbst im Deutschleistungskurs nicht wirklich eingegangen. Dabei lassen sich grandiose Dinge damit anstellen, wie ich bei King immer wieder feststelle: Kursivdruck und fett gedruckte Wörter und Buchstaben dienen hier immer wieder nicht nur dazu, Schlüsselstellen optisch hervorzuheben sondern auch Gedanken, Erinnerungen und oftmals die Gegner des Helden zu unterstreichen. Roland entsinnt sich oft verschiedenster Lehrsprüche, die ihm sein Ausbilder Cort einst mit auf den Weg gab.
„Wenn man nach nichts Ausschau hält, kann man auch nichts entdecken, du Wurm, hätte Cort gesagt. Sperr lieber deine gottgegebenen Glotzerchen auf.“
Aber auch Träume und die Rede nichtmenschlicher Wesen stechen so auch im Schriftbild hervor.
Wiederum bei King besonders auffallend und in normalen Analysen kaum beachtet: Die Sprache der Charaktere. Roland und die anderen Überlebenden der untergegangenen Westernkultur bedienen sich manchmal eines eigens geschaffenen Dialekts. Und gerade die verbissenen Gedankengänge von Roland sind bisweilen ziemlich ordinär. Ausdrücke, vulgäre und obszöne Gespräche (und Taten) sind neben der Beschreibung der Wüste und der Cowboystadt Tull die wichtigsten Anstöße für den Leser, im ganzen monumentalen Werk immer wieder an Westernfilme mit Clint Eastwood zu denken. Und dennoch: Die Zivilisation Rolands ist vollkommen unterschiedlich von unserer – existiert sie doch auch auf einer anderen Welt. Jake wiederum spricht eine moderne Gegenwartssprache, manchmal auch einen New-Yorker Dialekt – seine Verwirrung und die Andersartigkeit seiner Herkunftswelt werden deutlich. Weitgehend fröhlich und höflich – man könnte meinen: Verkehrte Welt – ist hingegen der Gegenspieler Marten, Walter oder einfach der Schwarze Mann. Er kleidet seine brutalen und schicksalhaften Eröffnungen Roland gegenüber in wohlbedachte, klare aber auch erhabene Worte, was seinen Überlegenheitsanspruch nur verdeutlicht, da der Revolvermann tatsächlich nur mit Revolvern wirklich gut umgehen kann. Abschließend möchte ich noch auf die Meisterfertigkeit Kings aufmerksam machen: Die Erfindung neuer Metaphern, Bilder und Vergleiche ist wohl seine Königsdisziplin. Hierin liegt auch im Dunklen Turm meistens das Moment des Horrors: Die größten Gefahren kleidet der Erzähler in teils widersprüchlich schöne Wörter – was den Effekt des Schauderns nur verstärkt. Ein unsichtbarer Dämon, dem Jake beinahe verfällt und den Roland besiegen muss erscheint so zunächst einmal als „ein Leib aus Wind, (…) Rosen und Geißblatt“; diese Ansammlung von Düften wird jedoch im nächsten Augenblick sehr gefährlich. Oder die Vorahnungen Rolands, Jake betreffend: Er träumt von einem „Heiligen aus Alabaster, dem ein Nagel durch die Stirn getrieben worden war“. Das Grauen kommt auf leisen Pfoten und packt einen inmitten der oft vermeintlich idyllischen Fantasystory umso heftiger.
Vor meinem Resümee möchte ich auch noch die Schwächen des Buches erwähnen: Die leere, unbarmherzige Wüste, die Roland durchwandert, wird manchmal wirklich ziemlich unbarmherzig – zum Leser. Der Roman hat einige Längen. Auch sind viele der Details, die immer wieder eingestreut werden, noch unklar und verwirren beziehungsweise langweilen daher mehr, als dass sie nützen. Allerdings fügt sich alles spätestens im siebten Band zu einem großen Bild zusammen. Nicht jeder Manns Sache und auch nicht immer zweckmäßig sind die vielen Schimpfwörter und die schlichtweg vulgären Stellen – dies ist aber wohl ein Mittel (oder Makel) des Autors. Je nachdem, welche Literatur man gewohnt ist: auch ich habe mich zu Beginn daran gestoßen. Aber im Gesamteindruck tritt diese Sache weit zurück.
Der Schwarze Turm und die Einleitung Schwarz; für mich grandiose Literatur. Ich kenne nicht viele Epen, die über so viele Seiten hinweg ihre Leser auf eine Reise mitnehmen. Und noch weniger, bei denen man unterwegs nicht irgendwo auf der Strecke bleibt. Wer sich gerne einmal fesseln lässt, den Alltag hinter sich lassen will und dafür auch die Strapazen einer teilweise brutalen, furchterregenden Suche auf sich nimmt – der Dunkle Turm erfüllt diese Aspekte voll und ganz. Und wenn King trivial ist – sei’s drum. Unterhaltung ist eben auch eine ernst zu nehmende Disziplin der Literatur, das vergisst so Mancher. Stephen King sieht diese Frage übrigens ziemlich gelassen:
Das Ergebnis – zu Freud oder Leid – liegt nun vor (…). Egal, was man letztlich davon halten wird, die Geschichte von Roland ist jetzt vollbracht. Ich hoffe, sie bereitet Freude. Ich habe mich königlich amüsiert.
Ein gewollter Mythos 15. Juli 2008
Posted by frischmax in Deutschland, Gesellschaft, Kino, Medien, Nachgedacht.Tags: 20. Juli, Deutschland, Stauffenberg, Tom Cruise, Valkyrie, Widerstand
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Im Februar 2009 soll er nun vorrausichtlich in den deutschen Kinos anlaufen: Valkyrie, die Hollywood-Fassung des Mythos um Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Schon während der Dreharbeiten 2007 gab es verschiedenste Proteste gegen das Projekt und vor allem gegen den Schauspieler Tom Cruise, der dem letzten deutschen Helden die passende Figur und ein massentaugliches Antlitz leihen wird. Ein Scientology-Mann im Bendlerblock, jenem Ort der die so gebeutelte Nation immer wieder in der ach so ehrlichen Betroffenheit ob der Vergangenheit innehalten lässt? Nein, das darf nicht sein. Ein Verfechter einer autoritären und möglicherweise faschistischen Ideologie als Stauffenberg? Das passt doch nicht, schließlich war Stauffenberg….der war doch…..dagegen!
Jaja, natürlich haben die Deutschen mit dem NS-Regime einen unverzeihlich großen Fehler begangen, keine Frage. Aber: Wir hatten doch auch Stauffenberg! Welt, schau’ her: Der war doch immerhin einer von den Guten! – Das geht mir durch den Kopf wenn ich an das Verhältnis meines Landes zu einem Widerständler denke. Und das geht mir durch den Kopf wenn ich Trailer oder Nachrichten von der Filmproduktion sehe. Hat all dieses Getue überhaupt etwas mit dem realen Stauffenberg zu tun?
Der junge Mann wuchs im deutschen Kaiserreich auf, verbrachte seine Jugend in der Weimarer Republik und machte Karriere im Dritten Reich bevor er jenes Attentat auf Htiler beging, auf das in Deutschland, so scheint es mir, beinahe ehrfurchtsvoll verwiesen wird, wenn über das NS-Regime geredet wird. Mit 20 wandte er sich den „Neupfadfindern“ zu, einer Bewegung die sich zunächst vom preußisch-kaiserlichen Militärgehabe abwandte, das in vielen anderen Jugendverbänden herrschte. Dennoch deutet ein Gelöbnis dieses Bundes schon auf die späteren Tätigkeiten des Claus Schenk Graf von Stauffenberg hin:
„Wir Pfadfinder wollen jung und fröhlich sein und mit Reinheit und innerer Wahrhaftigkeit unser Leben führen.
Wir wollen mit Rat und Tat bereit sein, wo immer es gilt, eine gute und gerechte Sache zu fördern.
Wir wollen unseren Führern, denen wir Vertrauen schenken, Gefolgschaft leisten.“
Gefolgschaft, Vertrauen, Pflichtbewusstsein – alles typisch deutsche Tugenden, und für einen jungen
Adeligen natürlich umso wichtiger. Die brachte er auch dem Literaten Stefan George entgegen, der mit seiner Idee von einem (rein geistigen) Deutschen Reich auch den Nationalsozialisten gefiel – im Gegensatz zu manchen seiner Anhäger wandte sich George aber vom Dritten Reich ab. Nach dem Abitur machte Stauffenberg dann Karriere bei der Reichswehr und sprach sich 1932 gegen einen Reichspräsidenten Hindeburg und für Adolf Hitler aus; dessen Ernennung zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 gefiel ihm ausdrücklich. Als Offizier war Claus Philip Maria bald an der Ausbildung der SA beteiligt. Auch in der Reichswehr machte er sich einen Namen, lehnte er doch schon damals existierende Umsturzpläne ab und hieß als Mitglied des Oberkommandos die Vereinheitlichung des Oberbefehlshabers von Heer und Wehrmacht in Adolf Hitlers Person gut. Man mag es geschmacklos finden, aber ich finde es durchaus interessant, dass der Umschwung in Stauffenbergs Haltung erst eintrat, als er schwer verwundet worden war. Festgemacht wird das Umdenken aber offiziell an der Reichspogromnacht. Die Verbrechen an den Juden und die seiner Ansicht nach schlechte militärische Führung führten dann letzten Endes zur Operation Walküre, und die ist es ja, die uns Deutsche interessiert: Wir waren nicht alle Nazis!, dass soll dieser Mann immer wieder bestätigen.
Filme wie Valkyrie und Lobhudeleien jährlich zum 20. Juli, Featuretten in den Medien – es fehlen nur noch Merchandising-Produkte. Aber vielleicht kommen ja das Spiel zum Film, die Action-Figur und das Brettspiel demnächst schon auf den Markt? Es ist beinahe ekelerregend, wie sehr die Person Stauffenberg glorifiziert wird. Da versteigt sich der Herausgeber einer renommierten deutschen Tageszeitung zu Äußerungen, die sogar den Darsteller dieser historischen Figur zu einem modernen Heilsbringer hochstilisieren. Hat unser Land wirklich ein so großes Identitätsproblem? Anscheinend schon, wenn wir auch Jahrzehnte nach den Geschehnissen noch immer nicht ungezwungen und emotionslos darüber reden können.
Die wahren Motive Stauffenbergs und der anderen Beteiligten werden sich wohl nicht mehr absolut klären lassen. Aber es gibt viele (fundierte) Argumente, die für die Heldenfigur sprechen und eben auch viele, die eher einen Pragmatiker zeichnen. Verdammung und Seeligsprechung sind die beiden Seiten der Medaille, die Deutschland den „Freunden vom 20. Juli“ umhängen will, freilich sehen viele Menschen nur die glänzende, schöne Seite. Insofern ist der Mythos Stauffenberg symptomatisch für unser Verhältnis zum Nationalsozialismus. Genauso wie manche Menschen immer noch auf ihre nur aus normalen Soldaten bestehende Wehrmacht beharren, genauso wie viele „nichts gewusst“ haben wollen (und immer noch nicht wissen wollen) – genauso spinnen wir uns auch seit jahrzehnten eine märchenhafte, romantische Geschichte vom edlen, pflichtbewussten Ritter zusammen, der irgendwann die grausamen Pläne seines Herrn durchschaut hat und sich versucht hat zu wehren. Versucht hat – hier ist der springende Punkt: Haben die Deutschen nicht tief in ihrem (unsichtbaren und nicht belegbaren) Innersten doch einen Funken Widerstand getragen? Aber gewiss doch, wird „Valkyrie“ den Zuschauern zuflüstern. Und somit sind wir auch mehr als 75 Jahre danach noch nicht über die ganz und gar reale Vergangenheit des Dritten Reiches hinweg.
Die Ärzte in Nürnberg 14. Juli 2008
Posted by frischmax in Musik.Tags: Die Ärzte, Jazz, Konzet, Kritik
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Als die „Jäzzfest-Tour 2008″ vor etwas über einem halben Jahr angekündigt wurde, spielte ich schon mit dem Gedanken, mir eine Karte für das Nürnberger Konzert zu kaufen. Jedoch war die Eis-Arena mit immerhin über 10.000 Plätzen kurz nach Verkaufsstart im Januar restlos belegt. Es galt also, schnell zu handeln. Flugs klapperte ich die Kartenweiterverkäufer ab und wurde bei einem Wiederverkaufsportal im Internet fündig – und ersteigerte zwei Karten für nur wenig mehr als den Normalpreis. Allerdings Sitzplätze, da die Plätze auf dem Parkett ungleich mehr gekostet hätten (100 Euro und mehr).
Letzten Mittwoch war es dann soweit: Die Ärzte spielten in Nürnberg und ich erlebte mein erstes Konzert dieser Band, die sich gerne als die Beste der Welt bezeichnet. Zum Einlass um 19:00 standen wir in der Halle und versuchten unser Glück, vielleicht doch aufs Parkett zu kommen. Aber die hatten doch tatsächlich vor jedem Eingang zu den einzelnen Rängen, Ebenen und eben zum Innenraum Kontrollen aufgestellt. Also nahmen wir im 2. Rang aber in der ersten Reihe platz. Nicht das Gelbe vom Ei, aber andererseits eine ungwohnte Perspektive, so von schräg oben auf Bühne und Akteure zu schauen. Und die Pogo-Attacken im Publikum unten sehen von Oben ganz schön übel aus.
Nach einer sehr komischen Vorband namens Blowfly (der Typ sah irgendwie ziemlich alt aus;
Recherchen ergaben: Er ist über 60 und besingt diverse sexuelle Praktiken, dazu sind bekannte Melodien arrangiert) folgte eine Umbauphase, sodass die Ärzte gegen 21:30 loslegten. Der Song „Himmelblau“ vom aktuellen Album „Jazz ist anders“ erklang bereits, als die Ärzte noch hinter einem die ganze Bühne verhüllenden Vorhang mit dem Aufdruck „Achtung1 Jazz!“versteckt waren. Wie ich mir schon gedacht hatte, fiel dieser dann zum Höhepunkt des Openers. Nach einer kurzen Begrüßung und einem weiteren Stück begann das „Entertainment“: Mehr oder weniger lustige Sprüche über Nürnberger Bratwürste erfreuten wenigstens die Masse im Innenraum, auf den Rängen war es eher still – kein Wunder, erstens sind es nicht umsonst Sitzplätze (für die ältere Generation) und zweitens saßen mein Kollege und ich wohl zwischen Ärzte-Neulingen. Ich hatte bis zu diesem Abend zwar kein Konzert besucht, aber die Texte und Sprüche der drei Mediziner konnte ich ganz gut. Running Gag des Abends wurde das, was die Ärzte aus einem Werbebanner der Firma Mister und Lady Jeans machten:
„Misterlady – gibt es wohl tatsächlich nur Nürnberger und keine Nürnbergerinnen? Ja, es heißt ja auch Nürnberger Bratwürste!“
Naja, ich hab schon lauter gelacht. aber ich erwarte mir von Popkonzerten eigentlich auch keine hochgeistige Unterhaltung. Bei den Ärzten gehen immerhin die Texte der Lieder in diese Richtung. Sehr gefreut hat mich, dass der Schwerpunkt bei Songs vom letzten Album „Geräusch“ lag. Damals lernte ich die Band erst richtig kennen und deshalb ist mir dieses Werk in guter Erinnerung geblieben. Die Weltvebresserungshymne „Deine Schuld“ war dann auch einer der Höhepunkte des Abends. Natürlich fehlten auch ältere Hits wie „Manchmal haben Frauen“ oder „Unrockbar“ nicht, und auch die aktuellen Singleauskopplungen erhielten viel Beifall. Interessant war auch, dass die absoluten Evergreens „Westerland“ und „Schrei nach Liebe“ nicht zum Ende sondern schon zu Beginn des letzten Drittels gespielt wurden. Einerseits finde ich es gut, dass die Ärzte somit nicht auf diese Gassenhauer als Finale setzen und offensichtlich wissen, dass sie über mehr tragfähige Lieder verfügen. Andererseits war ich doch ein wenig enttäuscht, da insbesondere „Westerland“ ein toles Finale ergeben hätte.
Soviel zum Inhalt dieses Abends. Mit der Bewertung des Ganzen ist es für mich nicht so einfach. Gesanglich und musikalisch sind die Ärzte einer der wenigen deutschsprachigen Acts, die auch live überzeugen und qualitativ nicht nur den Standard der Studioaufnahmen halten sondern tatsächlich Niveau haben. Spontante Umdichtungen der altbekannten Texte sowie die sicher nicht einstudierten Scherze um „Misterlady“ erzeugten gekonnt Stimmung. Auch das Publikum ging ordentlich mit, obwohl zumindest mir die ständigen Aufforderungen, noch lauter zu klatschen, als unnötig und nervend auf den Keks gingen. Dennoch: Irgendetwas, und ich tue mich bei der Benennung dieses Etwas schwer, hat gefehlt. Vielleicht lag es an der suboptimalen Akkustik der Eis-Arena, oder an der Verteilung des Publikums auf den Innenraum und die Ränge. Letztere sind nämlich durch mannshohe Glasscheiben und durch die räumliche Entfernung tatsächlich etwas abgeschieden; die Sicht ist optimal aber der Funke konnte eben nicht überspringen. So war es für mich ein sehr schöner Abend auf hohem Niveau, aber kein unvergesslicher. Ein gutes Konzert, aber sicherlich keines, dass die Sage von der „Besten Band der Welt“ auf ein ordentliches Fundament stellt.
Berge und Mehr 13. Juli 2008
Posted by frischmax in Alltag, Nachgedacht.Tags: Berge, Bergsteigen, Meditation, Sport
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Unter den Gründen für das mehrtägige Nichtbloggen ist immerhin ein, wie ich finde, höchst akzeptabler: Ich habe mein erstes Gipfelkreuz in diesem Jahr bezwungen. Gestern ging es um 7:30 Uhr los in Richtung bayerische Voralpen und nach einem kleinen Frühstück im Auto ging es um kurz nach zehn Uhr auch schon steil bergauf in Richtung Schinder. Der Berg heißt wirklich so, eigentlich sind es sogar zwei: Der Österreichische und der Bayerische Schinder. In jedem Fall war es bis zum Kar, das die beiden trennt, eine ziemliche Schinderei, die schon eher an eine Bergtour als an eine Wanderung erinnert; für Letzteres sind die Voralpen ja eher bekannt. Kaum war der Gipfel kurzzeitg sichtbar, da zogen auch schon Wolken auf. Und so wurde die abschließende Kletterei dank klitschnasser Felsen und schmieriger Drahtversicherungen ganz schön anstrengend. Bis zum Gipfel war es nicht mehr weit, allerdings lag dieser nun im milchig-trüben Weiß der Wolken. Die schöne Aussicht, die ich mir im Tal noch als Antriebsfeder für die kommenden Anstrenungen ausgemalt hatte, entpuppte sich als gnadenlose Fehleinschätzung, als wir um 12:30 Uhr das Ziel erreichten. Sichtweiten von unter zehn Metern sind im Gebirge allein aus Sicherheitsgründen schon nicht besonders toll, und wenn man gerade noch die Entfernung zum Abgrund einschätzen kann, ansonsten aber weder Tal noch Himmel sieht, ist das schon ein wenig enttäuschend. Immerhin leisteten uns zwei Bergdohlen beim Gipfelkreuz Gesellschaft – oder raubten uns unsere Brotzeit, wenn man es anders betrachtet. Nach dem Eintrag ins Gipfelbuch – wir waren die Zweiten an diesem Tag – ging es durch das weiße Nichts bergab. Doch umso weiter ich wieder sehen konnte, desto trüber schien das Wetter unter der Wolkendecke zu werden: Kurze Zeit später verwandelten Schauer und ein Gewitter den Abstieg in eine wahre Rutschpartie. Mit einer Einkehr in eine kleine Almhütte, in der uns Alm-Öhi und seine Frau höchstpersönlich Obdach gewährten, entgingen wir den größten Tropfen. Gegen 15:30 Uhr waren wir wieder beim Ausgangspunkt angelangt.
- Noch alles grün
- Gipfel in Sicht
- Düstere Wolken
- Nebel
- Bergdohlen
- Einsamkeit
Es ist schon komisch. Ich bin an und für sich jeder übermäßigen körperlichen Anstrengung mehr als abgeneigt. Weder war ich als Kind in irgend einem Sportverein noch lege ich heute wert auf Fußball und Co. Das liegt zum einen sicherlich an meinen beiden linken Händen; die sind für handwerkliche und eben sportliche Aktivitäten nur bedingt geeignet. Bälle fangen oder werfen konnte ich nie besonders gut. Zum anderen frage ich bei Mannschaftssportarten sehr gerne mal nach dem Sinn des Ganzen, was die Mitspieler meistens nicht gerade zum Lachen bringt. Ganz anders verhält es sich aber mit dem Bergsteigen, Wandern und Klettern. Wenn ich Berge sehe, dann erwacht tatsächlich so eine Art Begeisterung in mir, was mich jedes Mal verwirrt. Was soll an durchgeschwitzter Kleidung schon so toll sein? Die erste halbe Stunde möchte ich dann auch am liebsten umdrehen, ab ins Auto und weg. Da ich vor allem am Anfang der Bergsaison total aus dem Training bin weil ich sonst ja keinen Sport treibe, denke ich in jeder dieser ersten Minuten nur an den Schmerz und an den baldigen Tod durch Erschöpfung, der mich praktisch jeden Moment ereilen müsste. Aber nach dieser Phase erwacht der Kampfgeist und der Spaß an der Sache. Irgendwann spüre ich meinen Körper gar nicht mehr, sehe eigentlich auch nicht aktiv den Weg, Das bedeutet: Total selbstversunken laufe ich stur dem Weg nach, aber eben ohne daran einen Gedanken zu verschwenden. Wenn es in endlosen Serpentinen oder Schotterfeldern steil bergauf geht, bin ich mit meinen Gedanken Überall nur nicht bei dem, was der Körper da gerade leisten muss. Das gefällt mir. Hat irgendwie etwas von Meditation. Das würde ich, genauso wie in den Sportverein gehen, nie freiwillig machen. Aber beim Bergsteigen und Wandern kommt das ganz von alleine, völlig zwanglos. Und Irgendwann stehe ich dann, nach ausführlichen Debatten mit mir selbst über Gott und die Welt, auf dem Gipfel. Das ist das Großartige: das man so neben sich stehen kann, dass man alles um sich herum vergisst und plötzlich fast wie von selbst alle Schwierigkeiten hinter sich gelassen hat. Da stört mich auch das weiße Nichts der Wolkenberge nicht, im Gegenteil: es inspiriert zu ganz neuen Gedanken während die fantastische Aussicht mich meistens auf den Boden der Tatsachen zurückholt.
Das Bergsteigen ist für mich also weniger Sport als eine Art reinigender Prozess. Das hat fast etwas buddhistisches, aber nach so einer Tour voller körperlicher Strapazen, wenn alle Glieder schmerzen und man nur noch ins Bett möchte, fühle ich mich zumindest im Kopf richtig…neu. Und bin bereit für mehr.
Wenn die Fernbedienung verschwindet 9. Juli 2008
Posted by frischmax in Fernsehen, Gesellschaft, Kino, Medien, Nachgedacht.Tags: Fernsehen, Film, Funny Games, Horror, Kino, Medien, Michael Haneke, Thriller
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Wir leben schon in einer arg bequemen Zeit. Die Automatisierung des Alltags ist weit fortgeschritten, vom elektrischen, programmierbaren Rolladenheber über ferngesteuerte Küchenherde bishin zu Kühlschränken, die selbst nachbestellen, wenn die Vorräte zur Neige gehen. An andere bequeme Hilfsmittel im Haushalt haben wir uns schon so gewöhnt, dass sie gar nicht mehr als solche auffallen: Wer macht sich schon Gedanken über die Fernbedienung, mit der jeden Tag stundenlang die Bilderflut des Fernsehens dirigiert wird? Vielleicht hat sich Michale Haneke auch darüber Gedanken gemacht, als er 1997 „Funny Games“ drehte.
Es gibt jetzt, ziemlich genau zehn Jahre später, auch ein Remake „auf amerikanisch“, vom selben Regisseur, mit dem gleichen Drehbuch, das im Großen und Ganzen auch etwa genau so gut ist wie das Original. Ich möchte hier aber auf die Urversion Bezug nehmen, die zumindest für des Deutschen mächtige Zuschauer meiner Meinung nach atmosphärisch dichter herüberkommt als die Neuverfilmung. Dazu aber später mehr.
Der Plot des Films ist schnell erzählt (Achtung, Spoiler!) und liest sich nicht einmal besonders spannend oder innovativ: Eine spießige Mutter-Vater-Kind-Familie macht Urlaub in ihrem Ferienhaus am See. Kurz nach der Ankunft tauchen zwei unheimlich (und das ist wörtlich zu nehmen) nette junge Männer auf, die sich ganz plötzlich als sadistische Psychopathen entpuppen. Sie terrorisieren die Familie mit kleinen aber dafür umso heftiger wirkenden Schritten, verschiedenen „Spielen“ und Wetten, in die Katastrophe. Dabei ist der Kampf ums Überleben, das tatsächlich von Anfang an von den Verbrechern nicht vorgesehen ist, letzten Endes aussichtlos: Die Familie überlebt nicht, auch wenn sie sich nach Kräften wehrt.
Interessant und meiner Meinung nach wahnsinnig gut machen den Film die Details der Umsetzung: Das Familienidyll wird durch die überzeugenden Darsteller Ulrich Mühe und Susanne Lothar sehr plastisch umgesetzt. Es wirkt einfach echt und nachvollziehbar als die nette Hausfrau Anne dem ebenfalls netten und noch nicht auffälligen Psychopathen Eier borgt, als dieser vorgibt, sie für die
Nachbarn zu holen. Bald darauf steht der aufdringlich freundliche Mann schon wieder in der Küche; er hat die Eier fallen gelassen und möchte schon wieder welche – auch diesen Wunsch erfüllt Anne nach kurzem Zögern, wenn auch leicht irritiert als sie vom Fremden darauf hingewiesen wird, dass sie ja noch welche habe. Langsam aber sicher kommt das Psychospiel in Gang, denn mit einem Mal steht schon der zweite, ganz in Weiß gekleidete Herr im Haus. Der Zuschauer muss hilflos mit ansehen, wie die nette Familie den irgendwie seltsamen Psychopathen ins Garn geht – denn bis zum Auftauchen des Zweiten hätte es noch die ein oder andere Chance gegeben. Doch als sich der hinzugekommene Hausherr endlich dazu durchringt, die lächelnden Männer rauszuschmeißen ist es zu spät: Fast nebenbei bricht Paul (Arno Frisch) ihm mit einem Golfschläger und ihn jenem liebenswerten österreichischen Dialekt das Bein. Die Spirale der Gewalt dreht sich von da an unaufhörlich weiter. Das Besondere ist, dass die psychische Gewalt das wirklich Grauenvolle ist. Immer wieder möchte man beim Zusehen den Akteuren zurufen: „Tu’s nicht! Geh’ weg!“. Immer wieder will man wegsehen, was so einfach dann doch nicht ist – der Voyeurismus ist schließlich ein Grundzug unserer Gesellschaft. Immer wieder wünscht man sich die Fernbedienung – doch die ist nicht da. Der Zuschauer ist dem Geschehen hilflos ausgeliefert.
Die Flucht- und Auflehnungsversuche der Familie wirken echt. Sehr oft versuchen Anna und Georg sich den Spielchen der beiden Psychopathen zu verweigern, noch öfter Scheitern Fluchtversuche. Hoffnung keimt auf, als der kleine Georg entkommt und zum Nachbarhaus rennt. Doch die Bekannten, ebenfalls ein Drei-Personen-Haushalt, sind tot – das kranke Duo scheint schon länger auf seiner Tournee des Sadismus zu sein. Schließlich wird der Junge eingefangen und es kommt zum provokativsten und krassesten Moment des Films: Mit „Ene, Mene, Miste“ zählen Peter und Paul aus, wer jetzt sterben soll: Es ist der Junge. Mit einem Gewehr wird er erschossen und diese Szene dürfte das FSK-18-Siegel erklären – allerdings ist die Tat selbs nicht zu sehen, da die Kamera Peter beim Brotschmieren zeigt – wie makaber und zugleich banal.
Die Eltern sind ob dieses Vorfalls psychotisch, geschockt und geben über Minuten hinweg alles auf – die Kamera hält drauf. Quälend lange spielen Urlrich Mühe und Susanne Lothar das Ehepaar, das fast alles verloren hat so wahnsinnig real – es kostet Übewindung, nicht abzuschalten. Doch plötzlich scheint der Horror vorbei zu sein; Peter und Paul sind fort und schließlich wagt Anna einen Fluchtversuch. Doch alle Ferienhäuser in der Nachbarschaft sind verlassen, und sie versteckt sich vor dem ersten vorbeifahrenden Auto – die Verbrecher könnten ja drin sein. Erst beim Zweiten springt sie aus der Deckung und – man ahnt es – geht dem Duo ins Netz. Resignation, Verzweilfung und Ohnmacht kann man Anna und Georg jetzt aus jedem Gesichtsaudruck, jeder Bewegung ablesen. Und trotzdem: Als die nach wie vor grausam höflichen Irren einmal unachtsam werden, greift die Mutter zum Gewehr und erschießt den Mörder ihres Sohnes. Doch diese Wendung, die gibt es in der Realität nicht oft – entspricht sie doch einem Wegschalten beim Fernsehen. Und so greift Paul zu einer Fernbedienung, denn er hat diese Option im Gegensatz zum Ehepaar und dem gelähmten Zuschauer, und spult zurück. Nun nimmt das Drama den richtigen, absoluten und konsequenten Verlauf: Georg stirbt durch das Gewehr und die Psychopathen fahren mit Anna auf den See, wo sie vor Ablauf der Galgenfrist versenkt wird. Kurze Zeit später klingeln Paul und Peter an einer Haustür.
Dieser Film ist grandios. Führt er doch all das vor, was in unserer Zeit entweder nicht existiert oder zu den schlimmsten Alprätrumen gehört: Kontrollverlust. Totaler Kontrollverust. Bei „Funny Games“ wird dem Zuschauereinerseits nichts erspart und andererseits doch nicht alles gezeigt. Nichts liegt jedoch in den Händen des Betrachters, nicht einmal in denen der terrorisierten Familie. Für mich offenbart sich in Hanekes Werk vor allem Kritik an unserem Umgang mit Medien, aber auch Kritik am System insgesamt. Beinahe hönisch zeigt die Kamera die verheulten Gesichter, den Zerfall der Protagonisten. Und gerade nicht gezeigt werden genau jene Momente, die zwar offiziell viele ekelhaft und barbarisch findet, insgeheim aber auch viele sehen wollen: Die Momente, in denen Blut fließt. Doch der Film zeigt sie nicht und überlässt sie der Fantasie des Betrachters. Und die ist, das ist auch auf Gesellschaft und Medien zurückzuführen, sehr wohl dazu fähig die Dinge darzustellen, bei denen wir angeblich immer wegschalten.
Jetzt wird hart durchgegriffen 8. Juli 2008
Posted by frischmax in Deutschland, Gesellschaft, Medien.Tags: Jugendkriminalität, Justiz, München, Strafe, U-Bahn Schläger
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Als im Dezember 2007 ein Rentner in einem Münchener U-Bahnhof zwei Jugendliche aufforderte, das Rauchverbot einzuhalten, prügelten diese auf ihn ein. Was Roland Koch ohne Scham für seine zweifelhafte Kampagne zur Abschiebung krimineller Ausländer nutzte, diente heute als Exempel in Sachen verschärftes Jugendstrafrecht: Zwölf Jahre Gefängnis erwarten den 21-jährigen, acht Jahre Jugendstrafe den bei der Tat noch 17-jährigen Täter – wenn die vom Verteidiger angekündigte Revision keinen Erfolg hat. Die „Kaltblütigkeit“ und ein am selben Abend abgesetzter Handyspruch, wonach man gleich einen Deutschen töten wolle, haben das Münchener Landgericht anscheinend dazu bewegt, der von der Staatsanwaltschaft geforderten harten Bestrafung zu folgen. „Versuchter Mord“ und nicht „Körperverletzung“ ist der Tatbestand, von dem dabei ausgegangen wird. Und schon werden (wieder) Stimmen laut, die eine generelle Überarbeitung des Jugendstrafrechts fordern. Aber sind härtere Strafen wirklich ein Lösungsweg?
Zunächst einmal: Die Tat in München war brutal und grausam, eine harte Strafe ist sicherlich berechtigt. Aber ich bin schon ein wenig erschrocken, als das „heute-journal“ gerade ziemlich einseitig forderte, dass Jugendliche am besten sofort ins Heim oder in den Jugendknast wandern sollten. Klaus Kleber fragte, ob solche bisher ungewöhnlich harte Strafen nicht öfter und auch früher angebracht wären, im Beitrag hieß es die Ableistung von gemeinnütziger Arbeit, pädagogische Belehrungen und Anti-Aggressionskurse hätten ja sowieso nichts gebracht (siehe hier). Besorgte Richter und Staatsanwälte kamen zu Wort, Straftäter die davon Berichten, dass sie nur Gefängnis noch abschrecken kann. Die Aussage eines Verteidigers schlug dann dem Fass zumindest für mich den Boden aus: Durch die schwachen Urteile hätte die Gesellschaft eben länger unter den Straftätern zu leiden. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
Woher kommen die Straftäter denn? Vom Mond? Aus der Türkei? Manchmal sieht es ganz danach aus, als
wolle man uns Glauben machen, dass die Straftäter uns irgendwie ohne Vorgeschichte bedrohen würden. Sozusagen ein Feind von Außerhalb, gegen den man praktisch nur rückwirkend etwas unternehmen kann. Böses Foul, sage ich dazu. Denn auch wen der Trend zur Zeit gegen die ganze als „links“ und manchmal „antiautoritär“ bezeichnete Philosophie läuft: Dass Straftäter, egal wie alt – aber natürlich gerade jugendliche Täter – aus der Gesellschaft stammen in der sie die Verbrechen begehen, dass ist eben keine Spinnerei sondern Fakt. Wer das auch heute noch beiseite schieben will und mit Strafen ankommt, die letzten Endes wieder nur an Symptomen die Krankheit kurieren sollen, dem diagnostiziere ich Realitätsverlust.
Und, nebenbei bemerkt, was haben denn harte Strafen gebracht? In den USA wird schon länger hart durchgegriffen, mit zweifelhaftem Erfolg: Folter, Unterdrückung und andere „Mittel“, wie sie etwa in Bootcamps praktiziert werden, führen anscheinend zwar zu kurzen positiven Veränderungen. Irgendwie will der Insasse ja vermutlich den Verhältnissen entkommen. Jedoch sind nach einer Statistik des US-Justizministeriums 55 Prozent, laut einer anderen Statistik 89 Prozent der vermeintlich umerzogenen Straftäter rückfällig. Ich bin kein Experte, aber mich wundert diese hohe Quote nicht. Schließlich sitzen in diesen Camps nicht nur Schwerverbrecher sondern auch vergleichsweise harmlose Kinder und Jugendliche: In manchen Bundesstaaten reicht ein Diebstahl aus, um oftmals auf Wunsch der Eltern den Schützling ins Lager zu schicken. Die Justiz differenziert allem Anschein nach nicht genau genug zwischen den verschiedenen Fällen.
Freilich sind die Probleme gerade mit Intensivtätern enorm. Und ich bin durchaus der Meinung, dass bestimmte Gruppen von jugendlichen Straftätern Konsequenzen spüren müssen. Genau das ist ja auch „ein Problem“: Dieser Abschaum ist ja auch noch in sich total unterschiedlich! Möglicherweise, und das wäre für manche Bürokraten wohl der Worst Case, bedarf es bei jeder Straftat einer individuellen Betrachtung und Maßnahme, möglicherweise kann man nicht allgemein geltende Standards setzen! Vielleicht, und das wollen viele nicht wahr haben, muss man sich tatäschlich der Ursache annehmen, damit sich etwas ändert. Bis sich diese Einsicht durchsetzt, wird es noch eine Weile dauern. Ich halte es solange mit folgendem Spruch:
Die Jugend ist nicht gut nicht schlecht. Sie ist wie die Zeit, in der sie lebt!“ – Gregor Dorfmeister, „Die Brücke“
Demokratie ohne Demokraten 6. Juli 2008
Posted by frischmax in Deutschland, Fernsehen, Geschichte, Gesellschaft, Medien, Nachgedacht, Politik.Tags: Anne Will, Demokratie, Demokratieentfremdung, Politik, Politiker
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Ich bediene mich hier eines Schlagwortes, dass in der deutschen Geschichte bereits eine gewichtige Rolle gespielt hat. Es ist etwas über 75 Jahre her, da mündete die erste deutsche Demokratie in jene gigantische Katastrophe, die ganz Europa mit sich riss. Ich möchte die Ereignisse nur so kurz umschreiben, da der Hintergrund dieser Zeilen bekannt sein dürfte. Etwas anderes erregt zur Zeit wieder großes (Medien-)Interesse: Eine Demokratie, die keiner mehr unterstützt – dieses Worst-Case-Szenario ist gar nicht mehr so weit weg. Es gibt wohl noch nicht genug Gründe, um Panik (schon) zu rechtfertigen. Aber die Politikverdrossenheit nimmt zu, wie jetzt auch eine neue Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung aufzeigt.
Die Studie selbst nennt es vorsichtig „Demokratieentfremdung“; die Zahlen sprechen aber eine deutliche Sprache. Nicht nur im Osten, sondern in ganz Deutschland und über viele der statistischen Gruppen hinweg macht sich Frust oder gar Ablehnung breit, wenn das Wort „Volksherrschaft“ als Stichwort gegeben ist. Zunächst nimmt sich die Befragung der Einschätzung der persönlichen Lebensumstände durch die Befragten an. Gerecht behandelt fühlen sich demnach beispielsweise Angehörige höherer sozialer Schichten (nach Selbsteinstufung), Pensionäre und Angestellte. Erwartungsgemäß sind Hartz IV-Haushalte, Arbeitslose und Geringverdiener mit ihrer Lage nicht zufrieden und fühlen sich ungerecht behandelt; diese Gruppen blicken auch mit Sorgenfalen in Richtung Zukunft – optimistisch sind generell aber nur 31 Prozent der Deutschen [1]. Was auf den ersten Blick nicht gerade weltbewegend neu ist, hat aber Auswirkungen auf die Einstellung zu Politik, Staat und unserem System, der Demokratie.
Der Vertrauensverlust in die Politik und das Unverständnis sind bei sozial schwächeren und politisch extremen Gruppierungen höher als bei den gemäßigten und gut situierten Schichten. Es verwundert nicht, dass sich 57 % der Erstgenannten gegen Reformen aussprechen – haben doch auch die
bisherigen für sie nicht viel verändert. Für Reformen treten Pensionäre, Befragte mit Abitur oder auch Anhänger der Grünen ein, insgesamt 42 Prozent. Zu Denken gibt aber das Verhalten der Befragten zur Demokratie an sich: vier von zehn Deutschen stehen ihr kritisch gegenüber, 31 Prozent finden, sie funktioniert „weniger gut“. Auch hier ist das Misstrauen bei Arbeitslosen (73%) , Ostdeutschen(71%) und rechtsextremen Ansichten (63%) sehr hoch. Alarmierend: 22 Prozent erachten die gegenwärtige Gesellschaftsordnung nicht für verteidigenswert [2]!
Die Studie offenbart noch viele weitere gravierende Probleme; das Vertrauen in die Demokratie, die Wahlbeteiligung, das Interesse an Politik überhaupt. Herausgreifen möchte ich folgendes Ergebnis: Gerade die Unter-24-jährigen haben zu 56 % kein Interesse an Politik [3] und gehen vermutlich nicht mehr zur Wahl. Und das Krasseste: Sie haben keine Begründung. In dieser Gruppe sind nicht die politisch extremen oder sozial schwachen Gruppen aufgenommen; es dreht sich tatsächlich um den Querschnitt der Generation, die dieses Land in naher Zukunft prägen (wird?) soll (und der auch ich angehöre). Die Erheber der Studie vermerken hier beinahe lakonisch:
Interessant: Jüngere weisen zwar keine auffällige Demokratiedistanz auf, Nichtwählen ist trotzdem weit verbreitet, gleichzeitig ist das politische Inte-resse bei vielen (siehe Seite 10) nicht vorhanden. Ganz offensichtlich gibt es für Jüngere keine „Norm“, keinen „Zwang“ zum Wählen (ganz im Gegen-satz zu älteren Befragten, insbesondere bei über 65-Jährigen). Man nimmt sich vielmehr ganz einfach die Freiheit, nicht zu wählen.
Das sollte zu Denken geben. Für mich, und ich bin natürlich kein Experte, liegt in dieser Tatsache das größte Problem: Die Demokraten wachsen scheinbar nicht nach. Über die Hälfte einer Altersgruppe ist sich nicht bewusst, welche Pflichten man als Demokrat hat. Obwohl, man kann es radikaler formulieren: Wer wagt es in Deutschland denn überhaupt zu sagen, dass „Wählen gehen“ eigentlich keine Frage sein sollte?
So weit kam „Anne Will“ heute Abend natürlich nicht. Zwar war das Thema „ Demokratie, nein danke – Bürger frustriert, Politiker hilflos“ mit Blick auf die erschienene Studie aktuell gewählt. Jeodch kam Frau Will mit ihren Fragen, die eigentlich auf Lösungen abzielte, nicht wirklich zum Kern. Ist es Ironie, das es gerade die Politiker waren, die sich mit Lösungen bedeckt hielten und lieber Wahlkampf machten? Natürlich, bei allen Parteivertretern klang das alte Mantra an: Politik nicht über die Köpfe hinweg, Politik verständlich, nahe am Menschen, keine vollmundigen Versprechen, Realität vermitteln. Der einzige Vorstoß zum Kernproblem, nämlich: Das Demokratie nicht mehr und seit langem nicht als etwas Wichtiges, das man verteidigen muss, nahegebracht wird und schon gar nicht der jungen Generation – kam von einer Lokalpolitikerin, die aber eher in ihrer Eigenschaft als ehemalige Lehrerin befragt wurde. Sie brachte es auf den Punkt: Demokratie muss vorgelebt werden, im Alltag, in der Schule, bevor man von jungen Leuten verlangen kann, dass sie sie auch verstehen. Eine Demokratie braucht nämlich, und das klingt so banal, Demokratie – überall und nicht nur zu den Wahlen.









