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Das Neue Deutsche Kino 7. Oktober 2008

Posted by frischmax in Deutschland, Kino.
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Erstmals seit längerer Zeit durfte ich gestern Abend wieder einen grandiosen Kinofilm sehen: „Der Baader-Meinhof-Komplex“. Ein insgesamt absolut stimmiger Film, der trotz der  Einordnung ins Genre „Actionthriller“ noch einige Tiefen vorweisen kann. Nach „Der Untergang“ wollte ich ja eigentlich nie wieder einen Eichinger-Film besuchen. Doch diese (angeblich) teuerste deutsche Filmproduktion war den Eintritt wert und lehrt mich: Deutsches Kino kann teuer und qualitativ hochwertig sein. Ich traue mich gar nicht zu schreiben, der Film hätte Hollywood-Niveau. Denn es gibt zu viele schlechte Hollywoodfilme, und der „Baader-Meinhof-Komplex“ ist nicht nur aufgrund der Story ein sehr deutscher Film. Überhaupt möchte ich lieber von einem „neuen“ deutschen Film sprechen. Wenn man so will, war der „Schuh des Manitu“ von 2001 der Beginn einer ganzen Reihe von teuren, gut gemachten und manchmal hochwertigen Filmen. Und auch die Zukunft lässt auf gute Produktionen aus der Republik hoffen. Großes Kino made in Germany!

Freilich, über Komödien lässt sich auch gut streiten. Ich selbst wollte damals um keinen Preis in Bully Herbigs Winnetou-Persiflage und nahm stattdessen mit „Shrek“ vorlieb (der, im Übrigen, sein Geld wert war). Erst im Fernsehen sah ich mir die Komödie dann an – und musste akzeptieren, dass es auch lustige Filme aus Deutschland gibt. Denn leider bedeutete Komödie in Verbindung mit „deutsch“ bis dato für mich immer „Manta, Manta“ oder „Voll normaal“ – und das sind abgrundblöde Streifen, für die ich mich schon bei bloßer Erwähnung in Grund und Boden Schämen will. Der Schuh des Manitu war jedoch, im Gegensatz zu Michael Herbigs Nachfolgewerk Traumschiff Surprise, ein durchaus wertvoller und tatsächlich lustiger Film. Aberauch im ernsten beziehungsweise spannungsgeladenen Bereich konnten deutsche Produktionen punkten. Ebenfalls 2001 erschien „Das Experiment“, der noch heute Maßstäbe setzt. Ein Kammerspiel auf begrenztem Raum, mit einer unglaublichen Intensität und Härte. Häufiger jedoch sind die unschwierigen Filme (wenn auch manchmal mit anspruchsvollem Hintergrund): „Goodbye, Lenin“ befeuerte die Ostalgiewelle und (ver-)klärte ungezwungen über die DDR auf. „Das Wunder von Bern“ lockte Millionen ins Kino und wiederholte sich 2006 sozusagen als Sommermärchen, ebenfalls mit einem Millionenpublikum. Dann natürlich „Der Untergang“, ein gut gemacher Film mit einigen zweifelhaften Darstellungen Hitlers, die schauspielerisch nichtsdestotrotz großartig waren. Und, einmal mehr, Komödien: „Der Wixxer“, „Traumschiff Surprise“, die unseligen „7 Zwerge“-Filmchen, „Sophie Scholl“, „Das Leben der Anderen“, „Die Wolke“, und viele mehr. Davon natürlich nicht alle auf einem hohen Niveau, aber immer wieder waren gute Beiträge dabei. 

Und jetzt also die erste Generation der RAF im Kino. Famos gespielt, toll gemacht, wenn auch mit einigen Kleinigkeiten, die mir auffielen. Die Massenszenen zu Beginn, beim Besuch des Schahs von Persien, wirken schon sehr gestellt. DIe Schreie der Statisten etwas zu laut, die Kamere ein wenig zu flott. Immer wieder im Film sieht man seltsame Verzerrungseffekte, etwa beim Durchblättern von Büchern oder Akten. Toll, dass auch in deutschen Filmen animiert wird, aber doch nicht an solchen Stellen!? Die seltsamen Fluglinien der Explosionsopfer…, aber lassen wir das. Insgesamt ein herausragender Film. Charakterzeichnung, Schauspielleistung: atemberaubend. Und ich kann wirklich nicht sagen, dass irgendetwas falsch dargestellt oder in ein bestimmte Richtung gedreht worden wäre. Gut, der Herr Aust kommt als Filmfigur sehr….neutral weg, aber wirklich wichtig ist seine Rolle ja auch wieder nicht. Ein toller Film, über den ich mich immer noch freuen kann.

Hoffen wir, dass es so weiter geht. Weitere größere Produktionen kündigen sich an, eine davon: Krabat. Und trotz der vielen positiven Beispiele habe ich da große Bedenken, vielleicht auch Vorurteile. Aber „deutsch“ + „Fantasy“ hört sich für mich komisch an – kann ein Deutscher Film Fantasy gebührend inszenieren? Ich bin mir nicht sicher. Und dann wären da doch die vielen möglichen Adaptionen von Stoffen eines Frank Schätzings oder Dan Browns – wenn diese Stoffe „made by ProSieben/RTL/Sat1″ ins Fernsehen kommen, muss ich immer an das güldne Hollywood denken.

Sneak Preview 11. September 2008

Posted by frischmax in Kino.
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Gestern Abend habe ich zum ersten Mal eine sogenannte Sneakpreview besucht. Bei dieser Überraschungsvorstellung werden Kinofilme bereits einige Zeit vor ihrem offiziellen Starttermin gezeigt. Da ich mich mit sehr vielen Genres anfreunden kann, lag für mich die Trefferquote für einen halbwegs ordentlichen Film gar nicht so schlecht. Dachte ich. Es gibt im Prinzip nur drei Arten von Film, die ich nicht leiden kann: Martial-Arts-Filme, saublöde Komödien und hirnlose Ballerfilme. Nun, der gezeigte Streifen hatte von jedem Vertreter dieses „Terrible Trio“ etwas: Unsinnige Kampfszenen, zum Schreien komische Dialoge und mindestens 80 Tote.

Der Actionfilm beginnt, wie so viele Filme dieser Machart anfangen: Ein kleiner asiatischer Junge muss mit ansehen, wie seine Familie von Killern der Mafia getötet wird. Der Auftragskiller Max Templeton, der gerade eben sein eigenes Ziel verpasst hat, nimmt sich entgegen seiner emotionslosen Berufspraxis ein Herz und zieht das Waisenkind auf – und züchtet sich, wie soll es auch anders sein, eine Kampfmaschine erster Güte heran. Der leibliche Sohn wiederum verkraftet die Kaltblütigkeit nicht und schlägt einen anderen Weg ein, indem er seine Muskelpakete in den Dienst des Personenschutzes stellt. Selbst diesen dürftigen Anfang könnte man theoretisch anschaulich erzählen und irgendwie interessant gestalten. Aber vielleicht hat der Regisseur auch erkannt, wie ausgelutscht dieses Thema ist und es deswegen nur in einigen Rückblenden abgehandelt.

So setzt die „Handlung“, sofern man von einer solchen überhaupt sprechen kann, erst ein, als die Halbbrüder voneinander getrennt ihrer Profession nachgehen. Bei einem neuen Mordauftrag erkennt die Kampfmaschine Chance seinen Bruder Miles – und lehnt den Auftrag trotz seiner Ach-so-sturen Assassinenmentalität ab, um nicht eben diesen töten zu müssen. Schnell wird aber auch klar: Miles ist als im Grunde herzensguter Muskelberg nicht in der Lage, seine Klientin und Chances vormaliges Ziel zu schützen. So bringen die wieder vereinten Brüder die Sängerin Angel gemeinsam in Sicherheit (könnte an „Bodyguard“ erinnern, aber der ist ja immerhin sehenswert). Wegen der absoluten Dummheit und der aufgesetzt wirkenden Zickenattitüde bleibt schließlich der auf Gott vertrauende Bruder Miles auf der Strecke und unsere Kampfmaschine Chance wird so richtig wütend.

Der finale Showdown ist dann sehr kurz und einfallslos gehalten: Der gegnerische Mörder, der auch noch der Killer ist, der Chance zum Waisen gemacht hat, ballert einfach alles nieder, was im, auf oder neben seinem Weg steht und trifft nach einigen Beinahe-hat-er-gewonnen-Momenten auf Chance und Angel. Mit ordentlicher Pyrotechnik im Rücken gewinnen die „Guten“, setzten sich zur Ruhe und finden – das ist sozusagen die unerwartete Wendung des Films – nicht zusammen!

Ich will nicht zu negativ klingen. Ich gebe gerne zu: Ich kenne einige Baller- und Hau-drauf-Filme. Und ich finde einige sogar gut bis sehr gut. Arnold Schwarzenegger und Christopher Lambert, sogar Vin Diesel sind ab und an mehr als Muskeln und Schweiß. Denn wenn zum Geballer noch ein bisschen Charme durch Witz, Dialoge oder Handlung hinzukommt, kann so ein Film ein ordentliches Produkt werden. Bei „The Fifth Commandment“ ist das jedoch anders: Ich fange beim Titel an. Das Fünfte Gebot besagt: Du sollst nicht töten. Gut, es ist klar, dass der Titel eine gewisse Antithetik provozieren soll. Aber leider kommt selbst diese billige Aufmerksamkeitsheischerei nicht zum Tragen – der Bezug zum Film fehlt beinahe vollkommen. Nur Bruder Miles, der in einem Tempel Räucherstäbchen anzündet und sein Schicksal in die Hände höherer Gewalt legt, hat im Entferntesten etwas mit dieser Aussage zu tun. Noch dazu wird die Aussage sehr fragwürdig, als Miles stirbt – eben weil er nicht tötet. Ich bleibe bei nicht durchgesetzten Ideen und Motiven: Der Killer-Vater und Ausbilder von Chance wird ganz zu Beginn in Qualm gehüllt und mit Jazzmusik unterlegt gezeigt. Erst in der zweiten Hälfte des Films wird bekannt, dass er als „The Jazzman“ tötet – und wohl lieber in einer Jazzband spielen würde. Dieser Einfall könnte dem Film etwas geben, was ihm so sehr abgeht: den Anschein von Tiefe. Jedoch wird auch dieser lose Faden nirgendwo wieder aufgenommen. Schade, schade.

Des Weiteren lege ich diesem Film die Eindimensionalität zur Last – aber wenigstens die gleicht einem roten Faden: Von der Handlung über die Charaktere und Dialoge bis hin zur Kameraführung: Einfallsloser hat man selten einen Kampffilm inszeniert. Gerade Wortwitz oder tolle Aufnahmen der zwar unsinnigen aber anschaulichen Fitnessübungen wären Ansatzpunkte, um so einen Film zu verkaufen. Nichts davon kann „The fifth Commandment“ bieten. Die Rolle des einsamen Kämpfers ohne Emotionen ist klar und, naja, konsequent. Das alleine wäre nicht schlimm – aber der Sidekick, der Stichwortgeber, der Gegenpart zu diesem Archetypen fehlt völlig, wird einfach nicht sichtbar. Deswegen ist es schlichtweg egal, dass Miles Templeton stirbt. Er war weder wichtig noch lustig und Killer Chance darf sowieso nicht weinen. Ähnlich verhält es sich mit der Frau des Films: Der Charakter Angel soll als nervige, zickende Göre amüsieren und wohl auch irgendwie einen Stern in der Rubrik „Erotik“ einbringen – beides schlägt grandios fehl. Witzig und unfreiwillig komisch wirken nur die emotionalen Momente, etwa wenn Angel auf einmal anfängt von einer Schwangerschaft zu reden und Chance daneben steht und keine Miene verzieht. Ich musste ziemlich laut lachen – was hat diese schlecht eingeflochtene Story mit dem Film zu tun? Möglicherweise geplant und auch tatsächlich fruchtend ist die Szene, als sich Angels Manager als der Auftraggeber des Mordversuchs entpuppt und diesen mit den schlechten Verkaufszahlen des Albums erklärt: „Und deine persönlichen Geschichten interessieren eben niemanden!“ – Wie wahr, wie wahr.

Überhaupt, Interesse: Dieser Film hat es nicht. Nicht an seinen Zuschauern, und die Zuschauer nicht am Film. Auch die Charaktere sind nicht ansatzweise miteinander verknüpft – wer wann stirbt: belanglos. Wie der Film ausgeht: belanglos. Es gibt Filme, die faszinieren durch ihre Unstimmigkeiten, durch Darsteller, Effekte oder irgendetwas anderes. „The Fifth Commandment“ fasziniert nicht und ist in allen Aspekten belanglos – das ist in meinen Augen das Todesurteil für einen Film.

Ein gewollter Mythos 15. Juli 2008

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Im Februar 2009 soll er nun vorrausichtlich in den deutschen Kinos anlaufen: Valkyrie, die Hollywood-Fassung des Mythos um Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Schon während der Dreharbeiten 2007 gab es verschiedenste Proteste gegen das Projekt und vor allem gegen den Schauspieler Tom Cruise, der dem letzten deutschen Helden die passende Figur und ein massentaugliches Antlitz leihen wird. Ein Scientology-Mann im Bendlerblock, jenem Ort der die so gebeutelte Nation immer wieder in der ach so ehrlichen Betroffenheit ob der Vergangenheit innehalten lässt? Nein, das darf nicht sein. Ein Verfechter einer autoritären und möglicherweise faschistischen Ideologie als Stauffenberg? Das passt doch nicht, schließlich war Stauffenberg….der war doch…..dagegen!

Jaja, natürlich haben die Deutschen mit dem NS-Regime einen unverzeihlich großen Fehler begangen, keine Frage. Aber: Wir hatten doch auch Stauffenberg! Welt, schau’ her: Der war doch immerhin einer von den Guten! – Das geht mir durch den Kopf wenn ich an das Verhältnis meines Landes zu einem Widerständler denke. Und das geht mir durch den Kopf wenn ich Trailer oder Nachrichten von der Filmproduktion sehe. Hat all dieses Getue überhaupt etwas mit dem realen Stauffenberg zu tun?

Der junge Mann wuchs im deutschen Kaiserreich auf, verbrachte seine Jugend in der Weimarer Republik und machte Karriere im Dritten Reich bevor er jenes Attentat auf Htiler beging, auf das in Deutschland, so scheint es mir, beinahe ehrfurchtsvoll verwiesen wird, wenn über das NS-Regime geredet wird. Mit 20 wandte er sich den „Neupfadfindern“ zu, einer Bewegung die sich zunächst vom preußisch-kaiserlichen Militärgehabe abwandte, das in vielen anderen Jugendverbänden herrschte. Dennoch deutet ein Gelöbnis dieses Bundes schon auf die späteren Tätigkeiten des Claus Schenk Graf von Stauffenberg hin:

„Wir Pfadfinder wollen jung und fröhlich sein und mit Reinheit und innerer Wahrhaftigkeit unser Leben führen.
Wir wollen mit Rat und Tat bereit sein, wo immer es gilt, eine gute und gerechte Sache zu fördern.
Wir wollen unseren Führern, denen wir Vertrauen schenken, Gefolgschaft leisten.“

Gefolgschaft, Vertrauen, Pflichtbewusstsein – alles typisch deutsche Tugenden, und für einen jungenAdeligen natürlich umso wichtiger. Die brachte er auch dem Literaten Stefan George entgegen, der mit seiner Idee von einem (rein geistigen) Deutschen Reich auch den Nationalsozialisten gefiel – im Gegensatz zu manchen seiner Anhäger wandte sich George aber vom Dritten Reich ab. Nach dem Abitur machte Stauffenberg dann Karriere bei der Reichswehr und sprach sich 1932 gegen einen Reichspräsidenten Hindeburg und für Adolf Hitler aus; dessen Ernennung zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 gefiel ihm ausdrücklich. Als Offizier war Claus Philip Maria bald an der Ausbildung der SA beteiligt. Auch in der Reichswehr machte er sich einen Namen, lehnte er doch schon damals existierende Umsturzpläne ab und hieß als Mitglied des Oberkommandos die Vereinheitlichung des Oberbefehlshabers von Heer und Wehrmacht in Adolf Hitlers Person gut. Man mag es geschmacklos finden, aber ich finde es durchaus interessant, dass der Umschwung in Stauffenbergs Haltung erst eintrat, als er schwer verwundet worden war. Festgemacht wird das Umdenken aber offiziell an der Reichspogromnacht. Die Verbrechen an den Juden und die seiner Ansicht nach schlechte militärische Führung führten dann letzten Endes zur Operation Walküre, und die ist es ja, die uns Deutsche interessiert: Wir waren nicht alle Nazis!, dass soll dieser Mann immer wieder bestätigen.

Filme wie Valkyrie und Lobhudeleien jährlich zum 20. Juli, Featuretten in den Medien – es fehlen nur noch Merchandising-Produkte. Aber vielleicht kommen ja das Spiel zum Film, die Action-Figur und das Brettspiel demnächst schon auf den Markt? Es ist beinahe ekelerregend, wie sehr die Person Stauffenberg glorifiziert wird. Da versteigt sich der Herausgeber einer renommierten deutschen Tageszeitung zu Äußerungen, die sogar den Darsteller dieser historischen Figur zu einem modernen Heilsbringer hochstilisieren. Hat unser Land wirklich ein so großes Identitätsproblem? Anscheinend schon, wenn wir auch Jahrzehnte nach den Geschehnissen noch immer nicht ungezwungen und emotionslos darüber reden können.

Die wahren Motive Stauffenbergs und der anderen Beteiligten werden sich wohl nicht mehr absolut klären lassen. Aber es gibt viele  (fundierte) Argumente, die für die Heldenfigur sprechen und eben auch viele, die eher einen Pragmatiker zeichnen. Verdammung und Seeligsprechung sind die beiden Seiten der Medaille, die Deutschland den „Freunden vom 20. Juli“ umhängen will, freilich sehen viele Menschen nur die glänzende, schöne Seite. Insofern ist der Mythos Stauffenberg symptomatisch für unser Verhältnis zum Nationalsozialismus. Genauso wie manche Menschen immer noch auf ihre nur aus normalen Soldaten bestehende Wehrmacht beharren, genauso wie viele „nichts gewusst“ haben wollen (und immer noch nicht wissen wollen) – genauso spinnen wir uns auch seit jahrzehnten eine märchenhafte, romantische Geschichte vom edlen, pflichtbewussten Ritter zusammen, der irgendwann die grausamen Pläne seines Herrn durchschaut hat und sich versucht hat zu wehren. Versucht hat – hier ist der springende Punkt: Haben die Deutschen nicht tief in ihrem (unsichtbaren und nicht belegbaren) Innersten doch einen Funken Widerstand getragen? Aber gewiss doch, wird „Valkyrie“ den Zuschauern zuflüstern. Und somit sind wir auch mehr als 75 Jahre danach noch nicht über die ganz und gar reale Vergangenheit des Dritten Reiches hinweg.

Wenn die Fernbedienung verschwindet 9. Juli 2008

Posted by frischmax in Fernsehen, Gesellschaft, Kino, Medien, Nachgedacht.
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Wir leben schon in einer arg bequemen Zeit. Die Automatisierung des Alltags ist weit fortgeschritten, vom elektrischen, programmierbaren Rolladenheber über ferngesteuerte Küchenherde bishin zu Kühlschränken, die selbst nachbestellen, wenn die Vorräte zur Neige gehen. An andere bequeme Hilfsmittel im Haushalt haben wir uns schon so gewöhnt, dass sie gar nicht mehr als solche auffallen: Wer macht sich schon Gedanken über die Fernbedienung, mit der jeden Tag stundenlang die Bilderflut des Fernsehens dirigiert wird? Vielleicht hat sich Michale Haneke auch darüber Gedanken gemacht, als er 1997 „Funny Games“ drehte.

Es gibt jetzt, ziemlich genau zehn Jahre später, auch ein Remake „auf amerikanisch“, vom selben Regisseur, mit dem gleichen Drehbuch, das im Großen und Ganzen auch etwa genau so gut ist wie das Original. Ich möchte hier aber auf die Urversion Bezug nehmen, die zumindest für des Deutschen mächtige Zuschauer meiner Meinung nach atmosphärisch dichter herüberkommt als die Neuverfilmung. Dazu aber später mehr.

Der Plot des Films ist schnell erzählt (Achtung, Spoiler!) und liest sich nicht einmal besonders spannend oder innovativ: Eine spießige Mutter-Vater-Kind-Familie macht Urlaub in ihrem Ferienhaus am See. Kurz nach der Ankunft tauchen zwei unheimlich (und das ist wörtlich zu nehmen) nette junge Männer auf, die sich ganz plötzlich als sadistische Psychopathen entpuppen. Sie terrorisieren die Familie mit kleinen aber dafür umso heftiger wirkenden Schritten, verschiedenen „Spielen“ und Wetten, in die Katastrophe. Dabei ist der Kampf ums Überleben, das tatsächlich von Anfang an von den Verbrechern nicht vorgesehen ist, letzten Endes aussichtlos: Die Familie überlebt nicht, auch wenn sie sich nach Kräften wehrt.

Interessant und meiner Meinung nach wahnsinnig gut machen den Film die Details der Umsetzung: Das Familienidyll wird durch die überzeugenden Darsteller Ulrich Mühe und Susanne Lothar sehr plastisch umgesetzt. Es wirkt einfach echt und nachvollziehbar als die nette Hausfrau Anne dem ebenfalls netten und noch nicht auffälligen Psychopathen Eier borgt, als dieser vorgibt, sie für die Nachbarn zu holen. Bald darauf steht der aufdringlich freundliche Mann schon wieder in der Küche; er hat die Eier fallen gelassen und möchte schon wieder welche – auch diesen Wunsch erfüllt Anne nach kurzem Zögern, wenn auch leicht irritiert als sie vom Fremden darauf hingewiesen wird, dass sie ja noch welche habe. Langsam aber sicher kommt das Psychospiel in Gang, denn mit einem Mal steht schon der zweite, ganz in Weiß gekleidete Herr im Haus. Der Zuschauer muss hilflos mit ansehen, wie die nette Familie den irgendwie seltsamen Psychopathen ins Garn geht – denn bis zum Auftauchen des Zweiten hätte es noch die ein oder andere Chance gegeben. Doch als sich der hinzugekommene Hausherr endlich dazu durchringt, die lächelnden Männer rauszuschmeißen ist es zu spät: Fast nebenbei bricht Paul (Arno Frisch) ihm mit einem Golfschläger und ihn jenem liebenswerten österreichischen Dialekt das Bein. Die Spirale der Gewalt dreht sich von da an unaufhörlich weiter. Das Besondere ist, dass die psychische Gewalt das wirklich Grauenvolle ist. Immer wieder möchte man beim Zusehen den Akteuren zurufen: „Tu’s nicht! Geh’ weg!“. Immer wieder will man wegsehen, was so einfach dann doch nicht ist – der Voyeurismus ist schließlich ein Grundzug unserer Gesellschaft. Immer wieder wünscht man sich die Fernbedienung – doch die ist nicht da. Der Zuschauer ist dem Geschehen hilflos ausgeliefert.

Die Flucht- und Auflehnungsversuche der Familie wirken echt. Sehr oft versuchen Anna und Georg sich den Spielchen der beiden Psychopathen zu verweigern, noch öfter Scheitern Fluchtversuche. Hoffnung keimt auf, als der kleine Georg entkommt und zum Nachbarhaus rennt. Doch die Bekannten, ebenfalls ein Drei-Personen-Haushalt, sind tot – das kranke Duo scheint schon länger auf seiner Tournee des Sadismus zu sein. Schließlich wird der Junge eingefangen und es kommt zum provokativsten und krassesten Moment des Films: Mit „Ene, Mene, Miste“ zählen Peter und Paul aus, wer jetzt sterben soll: Es ist der Junge. Mit einem Gewehr wird er erschossen und diese Szene dürfte das FSK-18-Siegel erklären – allerdings ist die Tat selbs nicht zu sehen, da die Kamera Peter beim Brotschmieren zeigt – wie makaber und zugleich banal.

Die Eltern sind ob dieses Vorfalls psychotisch, geschockt und geben über Minuten hinweg alles auf – die Kamera hält drauf. Quälend lange spielen Urlrich Mühe und Susanne Lothar das Ehepaar, das fast alles verloren hat so wahnsinnig real – es kostet Übewindung, nicht abzuschalten. Doch plötzlich scheint der Horror vorbei zu sein; Peter und Paul sind fort und schließlich wagt Anna einen Fluchtversuch. Doch alle Ferienhäuser in der Nachbarschaft sind verlassen, und sie versteckt sich vor dem ersten vorbeifahrenden Auto – die Verbrecher könnten ja drin sein. Erst beim Zweiten springt sie aus der Deckung und – man ahnt es – geht dem Duo ins Netz. Resignation, Verzweilfung und Ohnmacht kann man Anna und Georg jetzt aus jedem Gesichtsaudruck, jeder Bewegung ablesen. Und trotzdem: Als die nach wie vor grausam höflichen Irren einmal unachtsam werden, greift die Mutter zum Gewehr und erschießt den Mörder ihres Sohnes. Doch diese Wendung, die gibt es in der Realität nicht oft – entspricht sie doch einem Wegschalten beim Fernsehen. Und so greift Paul zu einer Fernbedienung, denn er hat diese Option im Gegensatz zum Ehepaar und dem gelähmten Zuschauer, und spult zurück. Nun nimmt das Drama den richtigen, absoluten und konsequenten Verlauf: Georg stirbt durch das Gewehr und die Psychopathen fahren mit Anna auf den See, wo sie vor Ablauf der Galgenfrist versenkt wird. Kurze Zeit später klingeln Paul und Peter an einer Haustür.

Dieser Film ist grandios. Führt er doch all das vor, was in unserer Zeit entweder nicht existiert oder zu den schlimmsten Alprätrumen gehört: Kontrollverlust. Totaler Kontrollverust. Bei „Funny Games“ wird dem Zuschauereinerseits nichts erspart und andererseits doch nicht alles gezeigt. Nichts liegt jedoch in den Händen des Betrachters, nicht einmal in denen der terrorisierten Familie. Für mich offenbart sich in Hanekes Werk vor allem Kritik an unserem Umgang mit Medien, aber auch Kritik am System insgesamt. Beinahe hönisch zeigt die Kamera die verheulten Gesichter, den Zerfall der Protagonisten. Und gerade nicht gezeigt werden genau jene Momente, die zwar offiziell viele ekelhaft und barbarisch findet, insgeheim aber auch viele sehen wollen: Die Momente, in denen Blut fließt. Doch der Film zeigt sie nicht und überlässt sie der Fantasie des Betrachters. Und die ist, das ist auch auf Gesellschaft und Medien zurückzuführen, sehr wohl dazu fähig die Dinge darzustellen, bei denen wir angeblich immer wegschalten.

Warum wir Chewbacca wohl nie treffen werden 1. Juli 2008

Posted by frischmax in Kino, Literatur, Nachgedacht, Weltenbasteln.
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Star Wars ist neben Star Trek wohl die einzige Science-Fiction Reihe, in der die fremdartigen Kulturen nicht einfach nur niedergemetzelt werden sondern in den Fokus der eigentlichen Story rücken. Wer kennt nicht diese tollen Szenen auf der Raumstation oder in der „Mos Eisley Cantina“, wo sich das (erdachte) Universum in seiner ganzen Vielfalt tummelt? Toll, dass es Wesen gibt, die mehr als zwei Arme und Beine besitzen und somit mehrere Bierkrüge gleichzeitig halten können, möchte man da denken.

Doch, bei allen zotteligen und manchmal auch ekligen Viechern, die sich im Sternenhimmel der Literatur und Filme tummeln; wie realistisch sind diese Szenarien? Axel Meyer, Zoologe und Evolutionsbiologe, bezweifelt das [1]. Egal, wie komisch und exotisch etwa Chewbacca wirkt: Genau wie viele andere Wesen aus dem Star-Wars-Universum hat er doch einiges gemeinsam mit uns Erdenbürgern: Die Physiognomie, also ein etwa gleichgroßer und bilateralsymmetrischer Körperbau, ist der des Menschen sehr ähnlich – wenn man Jabba den Hutten einmal ausklammert. Auch verfügen die auf den ersen Blick fremdartigen Kreaturen über ähnliche kommunikationsmittel: Mimik und Gestik, aber auch eine grammatikalisch organisierte Sprache ermöglichen ja erst die Interaktion mit den menschlichen Charakteren.

Tatsächlich ist die Science-Fiction-Welt wie auch die klassische Fantasie geprägt von humanoiden Wesen. Selten haben wir es mit so abartig-andersartigen Wesen wie etwa dem Alien aus den gleichnamigen Filmen zu tun. Meistens dreht es sich um Vulkanier, Romulaner oder, um bei Star Wars zu bleiben, um verschiedene Menschengeschlechter. Warum ist das so? Warum treffen wir Menschen auch bei den weitesten Gedankenreisen noch auf uns ähnelnde Geschöpfe? Ist es die verzweifelte Suche nach Verwandten, die sich in der Fantasie fortsetzt wie auch im realen Leben? Waren Autoren und Regisseure einfach nur einfallslos?

Die Suche nach gleichartigen Lebensformen findet sich aber tatsächlich auch in der Realität: Die Nasa geht in vielen ihrer millionenschweren Forschungsprogramme davon aus, dass Leben im Weltall an Umstände gebunden ist, die denen auf der Erde gleichen. So sucht man auf dem Mars nach Wasser und Kohlenstoff – weil aus diesen Bausteinen leben entsteht. Jedenfalls kennt man das so von der Erde. Was aber, wenn es tatsächlich vollkommen andere Arten des Lebens gäbe? Mit einem eingeschränkten Suchmodus werden wir es vielleicht niemals finden. Können wir es überhaupt finden? Vielleicht existieren Formen von Leben, die unsere Sinne nicht erkennen können. Oder fremde Kreaturen verbergen sich hinter vermeintlich bereits erforschten Sphären? Was, wenn Elektronen eigentlich intelligente Wesen sind? Zur Zeit gibt es dafür keine Anhaltspunkte, aber eventuell ja nur, weil wir diese nicht sehen können. Ich denke, es ist an der Zeit, dieses Denken von der „Krone der Schöpfung“ wirklich zu beenden. Zwar haben die meisten Menschen im Bezug auf die heimische Flora und Fauna längst anerkannt, dass alles Leben seine Berechtigung hat. Jedoch steckt dieses mittelalterliche Bild vom Menschen als Ideal immer noch in uns. Solange wir uns selbst im Weltall vermuten, wie sollen wir denn etwas anderes finden? Stanislaw Lem, über den ich demnächst etwas schreiben möchte, hat es einen Charakter in Solaris treffen formulieren lassen:

Wir sind humanitär und edel, wir wollen die anderen Rassen nicht unterwerfen, wir wollen ihnen nur unsere Werte übermitteln und, als Gegengabe, ihrer aller Erbe annehmen. Wir halten uns für die Ritter vom heiligen Kontakt. Das ist die zweite Lüge. Menschen suchen wir, niemanden sonst. Wir brauchen keine anderen Welten.Mit anderen Welten wissen wir nichts anzufangen. Wir brauchen Spiegel. Es genügt unsere eine, und schon ersticken wir an ihr.
Stanislaw Lem, Solaris, 1968

Quelle:

[1] The Brights

Polyphone Karnivoren 26. Juni 2008

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Was der geneigte Cineast nicht alles erleben kann, wenn er sich einen Horrorfilm anschaut, von dessen Schwachsinnigkeit er eigentlich schon im Vorhinein überzeugt ist. Im Prinzip hat es so mit meinem Interesse für Horrorfilme auch angefangen: sich sattsehen an auf Zelluloid bzw. DVD gebannten Geschmacklosigkeiten. Ich glaube, der erste solche Film war Poltergeist, den ich mit 13 oder so heimlich geschaut habe – für einige Jahre war das dann auch der Einzige. Zu viel Angst. Ich kann mich aber daran erinnern, dass ich mit 16 in den Genuß von einem der unzähligen „Hellraiser“-Teile kam – und ihn zwar ziemlich brutal und ekelhaft fand, aber doch einige tiefenpsychologisch wie storytechnisch interessante Besonderheiten finden konnte. Dazu vielleicht ein anderes Mal mehr. Seit damals habe ich also unter dem Vorwand, mich über schlechte Filme amüsieren zu wollen, einige mehr oder weniger üble Machwerke über den Bildschirm flimmern sehen. Mit der Zeit ist mir dann aufgefallen, das es ab und an wirklich „gute“ Filme in diesem Genre gibt, wobei „gut“ hier entweder von der Handlung oder den Interpretationsmöglichkeiten ausgehend verliehen wird.  Ebenfalls „gut“ sind für mich dann aber auch jene Filmchen, die durch unfreiweillige Situationskomik bestechen. Oder durch zwar kranke aber außergewöhnliche Ideen, z.b. fleischfressende, klingeltönende Pflanzen. Zu einer wahren Perle in diesem Subgenre möchte ich paar Worte verlieren:

„Ruinen“ läuft seit heute in den deutschen Kinosälen. Der Trailer verspricht dem Zuschauer alte Mayatempel, die von ahnungslosen amerikanischen Touristen belästigt werden und sich folglich mit irgendeinem bösartigen, furchterregenden und blutigen Parasiten wehren, der die Charaktere befällt. So weit so gut, Plots von Horrorfilmen lassen sich meistens schnell erzählen. Der Film beginnt mit einer standarisierten Einführung der Personen in der sicheren Hotelanlage; man erfährt Namen und Studienfächer, was für den Film nicht wirklich wichtig ist. Obwohl, es sind deutsche Namen – also vielleicht diesmal keine Amis als Opfer? Ode will man auf dem deutsche Markt punkten? Egal. Da man im Urlaub mehr erleben will als Sex on the Beach beschafft man sich, was auch sonst, geheime Karten mit noch geheimeren Ruinen, die sonst nirgends verzeichnet sind. Auf dem Weg dorthin erleuchten Dialoge wie „Es gibt gar keinen richtigen Weg!“ das Dunkel des mexikanischen Dschungels. Ein paar botanische Besonderheiten, die leider nicht weiter erläutert werden – jedenfalls wären diese Pflanzen interessanter als die Dialoge – und eine mysteriöse Erscheinung von dreckigen Kindern später stehen die Studenten vor einer uralten Mayapyramide und laufen munter in das hüfthohe Gestrüpp, dass die Steine überwuchert. Wie aus dem Nichts tauchen einige Ureinwohner auf, die den ganzen Tag nichts anderes zu tun haben als den Tempel zu bewachen, und töten den unwichtigsten weil nicht eingeführten Charakter weil dieser, so schaltet der Horrofilmkenner sofort, durch das Berühren der Pflanzen verflucht ist. Leider sind die Charaktere nicht so schlau und verstehen kein Mexikanisch, was die Situation noch erschwert. Also laufen sie immer weiter auf den höchsten Punkt des Tempels und streifen dabei alle die Pflanze.

Weil kein Ausweg in Sicht ist, das Satellitentelefon nicht geht und ein dunkler Gang das einzig erkundbare ist, stürzt der zweitunwichtigste Darsteller n denselben hinab und bricht sich nicht ein sondern zwei Beine. Die Rettungsaktion mit einem kaputten Seil hat das erste weibliche Opfer zur Folge: Bein angeknackst. Es muss also noch jemand runter – die zweite weibliche Person. Zusammen richten sie den armen Kerl moch mehr zu, weil sie keinen ersten Hilfe-Kurs belegt haben und ihm vermutlich das Kreuz brechen, als sie ihn am Kopf und an den Füßen packen. Immerhin können sie ihn ans Tageslicht ziehen, wo er seinem Tod entgegenblickt. Moment mal, hatte er nicht ein Telefon? Ach Mist, das liegt ja noch unten. Also flugs wieder rein – was so einfach nicht ist, denn die Pflanze scheint mit einem Mal lebendig geworden zu sein und ahmt – die Evolution die Drehbuchautoren bringen manchmal echt wahre Wunder zu Stande – den Klingelton nach. So finden die beiden Damen das Telefon erst spät und werden dabei immer wieder von der plötzlich auch noch hungrigen Blume angegriffen.

Der Rest ist denkbar einfach und wird im Film in ungefähr 25 Minuten abhandelt: Die Pflanze ist ziemlich gemein und kletter sogar in die Zelte, und da bevorzugt in die schlafenden Menschen. Einige Goreszenen müssen freilich noch her; so beschließt man ob der gähnenden Langeweile, die sich breit macht, dem Schwerverletzten die Beinchen abzumachen. Da das Taschenmesser zu klein ist, muss man diese erst mit Steinen brechen. Entgegen der Vermutung, der so geschundene wäre Querschnittsgelähmt und würde unterhalb des Beckens nichts mehr spüren, ist dem nicht so. Schließlich beendet die Kletterpflanze, die nun nicht mehr nur Klingeltöne sondern auch Schreie nachahmt, das Leid. Die Verbliebenen reiben sich gegenseitig mit Schuldzuweisungen auf, außerdem verteilt das Gewächs auch seltsame Parasiten, die das kleine Grüppchen zum Wahnsinn treiben.

Alles in allem: Kein guter Horrorfilm im Sinne einer akzeptablen Story oder guter Leistungen oder psychologischer Interpretationsmöglichkeiten. Aber: Diese Pflanze, das fand ich mal interessant. Beziehungsweise lustig. Warum heißt der Film eigentlich Ruinen? Ich finde „Polyphone Karnivoren (= mehrstimmige fleischfressende Pflanze)“ wäre mal ein richtig innovativer Titel.

Quelle:
Bild 2 und 3 von www.filmstarts.de