Fiktion als Medizin gegen Realität 30. September 2008
Posted by frischmax in Gesellschaft, Literatur, Nachgedacht, Weltanschauung.Tags: Fantasie, Fiktion, fiktiv, Literatur, Nancy Huston, Realität, Science Fiction
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Wer hätte gedacht, das man als Vorpraktikant über einen derart interessanten Text stolpern kann!? Ich saß einmal mehr im Klassenzimmer und beobachtete, wie ein abgeklärter Deutschlehrer seine Klasse recht locker auf ein interessantes Themenfeld führte: Fiktion. Was ist Fiktion, und warum gibt es Fiktion? Naja, die elfte Klasse war nicht wirklich interessiert. Ich hingegen umso mehr, und ich habe einige Denkanstöße gefunden: Die kanadische Autorin des ausgeteilten Artikels, Nancy Huston, kommt in der Frankfurter Rundschau zum Schluss:
„[...] … im Idealfall gibt sie [Fiktion] uns die Kraft, in jene Realität zurückzukehren und sie mit mehr Feingefühl zu enträtseln.“
Tasächlich beschränkt sich Fiktion nämlich nicht nur auf Literatur, Film, Musik und Co. Vielmehr ist der Mensch, so Nancy Huston, ein Meister darin, die reale Realität durch eine fiktionale zu ersetzen. Seit es uns gibt, hat der Mensch immer interpretiert. Zwar sind wir ohnehin auf unsere Sinne beschränkt, und wir können nicht einmal erahnen, was von der Welt wir eigentlich alles nicht sehen. Doch schon dieser Einblick bringt nach rationalem Denken die Einsicht: Wir leben willkürlich, und wir sterben willkürlich. Und irgendwann sind wir tot – und die Erde dreht sich immer noch. Huston beschreibt den Menschen aber als ein Wesen, dass diese Einsicht nicht verkraftet und sich so der Fiktion bedient: Götter, höhere Gewalten, Sinn und Grund für unser Dasein. Die menschliche Welt war und ist von Fiktionen durchdrungen:
„Niemand hat beschlossen, sie zu erfinden. [...] Für uns Menschen sind sie so real wie der Boden unter unseren Füßen; tatsächlich sind sie unser Rückhalt [...] in der Welt.“
Durch unser Bewusstsein und unsere stetige Sinnsuche sind wir sozusgen unfähig, die Realität nicht zu interpretieren.
Welche Rolle nimmt dann aber die „Fiktion“ ein, die jeder sofort als solche erkennen könnte? Ich rede von literarischer Fiktion. Ist sie nicht vernichtend simpel im Gegensatz zur fiktionalen Weltsicht des Menschen? Nancy Huston meint, dass die menschengemachte Realität nicht von der zweiten fiktionalen Ebene der Literatur übertroffen werden kann. Ein Roman, egal wie abstrus und fantastisch, ist ja immer von der bereits ebenfalls herbeifantasierten Weltsicht des Autors geprägt. Literatur hat vielmehr den Vorteil, dass sie jedem als Fiktion bekannt ist – das aber auch die ganze Realität der Menschen ein einziges Konstrukt ist, dass durschaut längst nicht jeder. Denn auch Diktaturen, Herrscher, Systeme stützen sich auf Fiktionen – beispielsweise die von der „arischen Rasse“. Literatur jedoch ist ehrlich, man weiß, woran man ist. Und anhand dieser weniger komplexen Fiktion ist es dem Menschen manchmal möglich, das zu erklären und zu verstehen, was wir als Realität bezeichnen. Die künstliche Realität eines Romans liegt uns, eben weil wir ihn als Außenstehender lesen, einfacher und beständiger vor. Und manchmal, so Hustons Hoffnung, bringt Fiktion den Menschen dazu, auf die Realität einzuwirken.
Und tatsächlich lässt sich diese Beeinflussung nur zu oft beobachten. Science-Fiction zum Beispiel. Die Werke eines Isaac Asimovs oder Philip K. Dicks (dem ich noch einen Artikel widmen werde) fassen Gedanken und Thesen, die zu Lebzeiten der Autoren undenkbar waren, eben Fiktion – mittlerweile aber sind manche, gerade negativen, „Fiktionen“ schon verwirklicht. Die Literatur aber ist damals wie heute der Schlüssel, der uns erst erkennen lässt, was passiert. Eigentlich ist es also nicht weiter verwunderlich, wenn wir reale Geschehnisse und Sachverhalte in vermeintlich total fantastischen Geschichten wiederzufinden glauben. Denn eigentlich ist die Realität die größte Fiktion.
Stephen King: Drei (Der Dunkle Turm) 16. August 2008
Posted by frischmax in Literatur.Tags: Der Dunkle Turm, Drei, Eddie Dean, Revolvermann, Roland, Stephen King
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„Drei. Das ist deine Schicksalszahl. Drei? Ja, drei ist mystisch. Drei ist der Mittelpunkt der Suche. „
Nach der Offenbarung des Schwarzen Mannes auf dem mystischen Golgatha an einem zeit- und leblosen Ort, nach den neuen Hinweisen auf den Turm, erwacht Roland Deschain an einer endlosen Küste. Er weiß noch nicht so recht, wie ihm geschehen ist, als auch schon fremdartige, hummerähnliche Wesen aus dem Meer steigen und den benommenen Revolvermann schwer verletzen. Damit nicht genug; seine Patronengurte und die Revolver sind nass – Roland kann sich nicht mehr auf das verlassen, was ihm bisher stets treue Dienste geleistet hat. Geschunden, verwundet und dem Tod näher als dem Leben stolpert er den Strand entlang, auf der Suche nach den Dreien. Und kurz bevor Roland beinahe alles aufgeben möchte, erscheint mit einem Mal eine Tür, „Der Gefangene“ steht auf ihr. Der sonst so misstrauische, stets vorsichtige Revolvermann überlegt nicht lange. Er braucht ein Heilmittel gegen das Gift, das durch die Wunden in ihn kam und neue Patronen – und den Gefangenen, so sagt es die Prophezeiung. Roland öffnet die Tür und findet sich im Kopf von Eddie Dean wieder, dem Gefangenen des Dämons. Eines Dämons namens Heroin.
„Drei“ eröffnet dem Leser eine völlig neue Perspektive auf Roland Deschain. War er in „Schwarz“ noch der einsame, kaltschnauzig-gnadenlose Ritter, der ohne Fragen zu stellen seinen Weg geht, so begegnen wir ihm nun als einem mit dem Tode ringenden Mann. Seine Passion, die Revolver, kann er aufgrund der Verletzungen nur noch eingeschränkt ausüben; und die nass gewordene Munition macht auch diese verhinderten Schüsse zu Zufallstreffern. Als Roland schließlich durch die Tür in den Kopf von Eddie Dean und das New York der 90er Jahre stolpert, muss er völlig neue Erfahrungen machen: Zum vielleicht ersten Mal überhaupt versetzt sich der Revolvermann in die Lage anderer, muss Kompromisse machen und gibt nicht immer den Ton an – und das gleich dreimal. So befreit er den heroinabhängigen Eddie von seinem „Affen“, zieht die an den Rollstuhl gefesselte Odetta Holmes in seine Welt und kämpft anschließend mit deren zweiter Persönlichkeit, Detta Walker. Jedes Mal trifft Roland auf völlig neue Umstände, auf andere Welten und Zeiten. Alleine kann er das nicht schaffen, er benötigt die Drei, auch für die Suche nach dem Turm.
Diese Wandlung von Roland, aber auch die Entführung des Lesers in das New York zwei verschiedener
Zeiten machen Drei zu einem sehr interessanten Buch. Einerseits entgeht King so der Gefahr, dass die Geradlinigkeit und Einfachheit des Charakters Roland zu langweilig werden, andererseits gelingt es ihm mit den verschiedenen Schauplätzen, Parallelen zwischen den Welten aufzuzeigen. So anders ist Eddies New York nämlich nicht, in vielen Dingen erinnert es Roland an seine Welt. Andere Begriffe bezeichnen dort letztlich dieselben Dinge. Und aus rein moralisch-menschlicher Sicht fallen Roland kaum Unterschiede auf. Auch andere Interpretationen sind möglich. King selbst beschreibt in den Vor- und Nachworten aller Bände des Turms immer wieder, wie wichtig dieses Werk für ihn ist. So schlägt der Dunkle Turm einen Bogen von einer frühen Schaffensperiode Kings zu einer Späten. Insofern ist es nur logisch, dass die zwei New Yorks der 50er Jahre und der 80/90er viele Reminiszenzen an reale Erscheinungen aufweisen. Musikgruppen, Kinofilme oder schlichtweg die Beschreibung der Stadt. Aber auch die Schizophrenie von Detta/Odetta kann tiefere Bedeutung erhalten, wenn sie als Veräußerung von Rolands Psyche verstanden wird. Denn der harte Revolvermann hat verschiedene Seiten, ist mit sich selbst nicht so im Reinen, wie er es vielleicht selbst glaubt. Und es verwundert so auch nicht, dass Roland Deschain schon beim Sprung in Odettas Kopf spürt, was für ein Problem hie auf ihn zukommt.
Auf der sprachlich-erzählerischen Ebene sind ebenfalls einige Details genauer zu betrachten. Wie bereits bei „Schwarz“ erwähnt, ist das Schriftbild bei King ein gern eingesetztes Mittel, um Emotionen oder Gedankengänge hervorzuheben. In „Drei“ werden zumeist Kerngedanken oder Schlüsselstellen (Rolands Traum, Rolands Gedankengespräche mit Eddie) kursiv gedruckt dargestellt, während akustische Steigerungen in Großbuchstaben versinnbildlicht werden. Weitgehend unspektakulär folgt die Erzählstruktur einer einleuchtenden Reihenfolge, nämlich von der Rückerinnerung an das Treffen mit dem Schwarzen Mann bis zum Ausblick auf die weiteren Abenteuer auf dem Weg zum Turm. Durchsetzt ist sie von den drei Türen, die jeweils einen mehr oder weniger strikten Handlungsblock in der Parallelwelt mit sich bringen. Ein wenig komplexer wird es, wenn Roland in den Gedanken seiner „Drei“ in deren Erinnerungen wühlt oder sich die anderen Charaktere an ihre eigene Vergangenheit erinnern.
Sprachlich fällt vor allem Detta Walker mit ihrer ausgeprägten Vulgärsprache auf. Fäkalausdrücke und unzählige Schimpfworte bilden hier die böse, gefährliche und verrückte Person, die in krassem Gegensatz zur höflich-gebildeten Sprache von Odetta Holmes steht – der Graben zwischen den beiden voneinander nicht wissenden Personen erscheint sehr groß. Des Weiteren dienen Neologismen Roland als Hilfsmittel, wenn er Objekte aus der modernen Welt Eddies nicht kennt oder dessen Sprache falsch versteht. Eddie Dean wiederum paraphrasiert oft, um dem Revolvermann etwas verständlicher zu machen.
Insgesamt ist auch „Drei“ ein in meinen Augen lesenswertes und fabelhaftes Werk. Allerdings sind auch hier einige weniger positive Merkmale anzuführen: Die an und für sich schnell zu erklärende Haupthandlung dehnt sich aufgrund der ausgiebigen Beschreibung der inneren Vorgänge der Personen auf über 500 Seiten aus, stellenweise sind erhebliche Längen zu spüren. Es stellt sich die Frage, ob der Leser die Gelähmtheit und Müdigkeit Rolands auf diese Art und Weise nachvollziehen können soll oder muss. Außerdem ist noch die Vielfalt an Schimpfwörtern zu nennen, die manchem Leser nicht gefallen wird. Detta Walker erscheint dadurch so überspitzt, dass sie eher zu einer Karikatur als zu der gefährliche Verrückten wird, die sie eigentlich sein soll. Jedoch überwiegen glücklicherweise die positiven Details. Eine phänomenal gut erzählte Stelle ist relativ am Anfang die Szene, als Roland in Eddies Kopf schlüpft während dieser gerade als Drogenkurier in einem Flugzeug sitzt. Die Beschreibung des Fliegers und der Situation aus Rolands Sicht und in dessen begrenzter Sprache, sowie die sich ergebenden Komplikationen für die zunächst unbeteiligten anderen Fluggäste erzeugt ein filmisches Erleben des Ganzen. Brutal aber nicht weniger mitreißend ist die Schießerei beim Drogenpaten, als Roland Eddie befreit. Diese Action-Elemente, die wiedererkennbare Welt des 20. Jahrhunderts und nicht zuletzt die spannende Handlung machen „Drei“ zu einem guten Buch, dass die Sucht nach dem „Dunklen Turm“ nicht nur bei den Protagonisten sondern auch bei den Lesern verstärkt.
Bildnachweis:
1 und 2
Stephen King: Schwarz (Der Dunkle Turm) 16. Juli 2008
Posted by frischmax in Literatur.Tags: Der Dunkle Turm, Revolvermann, Roland, Schwarz, Stephen King
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Ist es Zufall, dass mir die Bücher von Stephen King gerade in der Zeit in die Hände fielen, als ich im Deutsch-Leistungskurs mit ganz anderer Literatur beschäftigt war? Vielleicht nicht. Wenn jede Unterrichtsstunde mit neuen, gewaltigen und intellektuell anspruchsvollen Sprachkunstwerken aufwartet, wenn der Kopf von stundenlanger Analyse und Interpretation langsam genug hat, genau dann tut es unglaublich gut, sich in die oftmals als trivial abgestempelten Geschichten eines Stephen King zu flüchten. Für einen (bayerischen) Elitekurs am Gymnasium ist das freilich völlig belanglos. Aber mit nachfolgender Rezension möchte ich nicht nur meinen persönlichen Respekt vor einem der produktivsten Autoren der Gegenwart kundtun, sondern auch auf einige Merkmale verweisen, die hinderlich sein können, wenn der Meister des Horrorgenres nur auf ebendieses und weitgehend niveaulose Massenunterhaltung reduziert wird.
„Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste, und der Revolvermann folgte ihm.“
Dieser unscheinbare Satz leitet ein unglaublich seitenstarkes Fantasyepos ein: Der Roman Schwarz steht am Anfang der siebenbändigen Saga um den „Dunklen Turm“, den der gerade erwähnte Revolvermann sucht. In dem kürzesten Band der Reihe – King stellte Schwarz bereits Ende der 70er Jahre und damit Jahrzehnte vor den letzten Teilen fertig – muss Roland Deschain, so der Name des einsamen Helden, jedoch erst Marten finden, jenen geheimnisvollen schwarzen Zauberer, der Rolands Jugend und seine Heimat zerstörte. Durch eine schier unendliche Wüste hindurch holt er auf seiner Jagd immer weiter auf. Doch Walter, wie der schwarze Mann auch heißt, stellt ihm viele Fallen. Das Dorf Tull, eine kleiner Außenposten der untergehenden Zivilisation, rottet der Revolvermann komplett aus, als die gegen ihn aufgehetzten Bewohner sich auf ihn stürzen wollen. Und auch der Junge Jake, der durch Marten aus einer anderen Welt in die des einsamen Helden befördert wurde, muss sein Leben lassen: Roland sucht den Dunklen Turm. Diesem Wunsch ordnet er alles unter und opfert Jake, als der Schwarze Mann dies als Gegenleistung und Prüfung für die Antworten fordert, die der Revolvermann braucht um seinen Turm zu finden.
Die Story an sich verläuft, man ahnt es beim Lesen dieser kurzen Zusammenfassung, sehr geradlinig.
Das wird so mancher Kritiker dazu nutzen, um King Unfähigkeit und Einfallslosigkeit zu attestieren. Das ist vielleicht auch durchaus wahr; steht dieser Roman doch noch am Anfang der Karriere dieses Autors. Andererseits, und diesen Standpunkt vertrete ich, dient die Geradlinigkeit einfach dazu, den Zweck dieses Buches zu verdeutlichen und den Protagonisten sehr gut einzuführen: Schwarz ist der Auftakt, die 300 Seiten starke Einleitung (bei mehr als 4000 Seiten insgesamt ist das nicht mehr so viel; aber Quantität soll hier nicht der Maßstab sein) zur eigentlichen Geschichte: der Suche nach dem Dunklen Turm. Und Der Protagonist Roland Deschain verfolgt dieses Ziel äußerst konsequent; er geht über Leichen und keinen Schritt zurück. Insofern ist die Reise schnurstracks dem Schwarzen Mann hinterher, durch die Wüste, über die Berge bishin zum finalen Aufeinandertreffen nur stringent.
Jedoch: Rückblenden reichern die Geschichte natürlich an. So hat der recht schweigsame Held am Beginn der Erzählung bereits das Massaker von Tull hinter sich; erst langsam sickert die Erinnerung an dieses Ereignis aus Roland heraus, gleichsam dem Wasser, dass sie unbarmherzige Wüstensonne aus ihm herausdorrt. Auch im weiteren Verlauf, etwa als der Revolvermann mit Jake wieder einen Gesprächspartner findet, gibt er Stück für Stück Erinnerungen und Zusatzinformationen preis. All das unterstützt aber nur die erste Hälfte des Buches, indem die Wüste über allem steht. Die Zeit wird durch diese Bruchstücke aber auch durch die Beschreibungen und inneren Monologe ausgedehnt, die riesige Wüste wird so für den Leser erst wirklich erlebbar. Insgesamt muss aber eine Raffung der Zeit festgestellt werden, da Roland zwar Wochen unterwegs ist, aber nur die Schlüsselmomente geschildert werden.
Natürlich gibt der Roman wesentlich mehr her, der Einfachheit halber möchte ich auf einige beispielhafte sprachliche Merkmale hinweisen. Der Deutschunterricht richtet mehr oder weniger Schüler darauf ab, bestimmte Stilmittel zu erkennen, die dafür stundenlang wiederholt und auswendig gelernt werden. Und nicht selten geht es dann so zu wie bei Jagdhunden: Ob der gefundenen Beute wird alles andere vergessen und stehen und liegen gelassen – auch so manches Stilmittel, das vielleicht nicht im Lehrbuch steht, dafür aber umso gewichtiger ist. Bei Stephen King fällt auf, dass er unglaublich viel ausdrückt und den Leser lenkt, indem er das Schriftbild verändert. Auf derartige Mittel eines Autors wurde selbst im Deutschleistungskurs nicht wirklich eingegangen. Dabei lassen sich grandiose Dinge damit anstellen, wie ich bei King immer wieder feststelle: Kursivdruck und fett gedruckte Wörter und Buchstaben dienen hier immer wieder nicht nur dazu, Schlüsselstellen optisch hervorzuheben sondern auch Gedanken, Erinnerungen und oftmals die Gegner des Helden zu unterstreichen. Roland entsinnt sich oft verschiedenster Lehrsprüche, die ihm sein Ausbilder Cort einst mit auf den Weg gab.
„Wenn man nach nichts Ausschau hält, kann man auch nichts entdecken, du Wurm, hätte Cort gesagt. Sperr lieber deine gottgegebenen Glotzerchen auf.“
Aber auch Träume und die Rede nichtmenschlicher Wesen stechen so auch im Schriftbild hervor.
Wiederum bei King besonders auffallend und in normalen Analysen kaum beachtet: Die Sprache der Charaktere. Roland und die anderen Überlebenden der untergegangenen Westernkultur bedienen sich manchmal eines eigens geschaffenen Dialekts. Und gerade die verbissenen Gedankengänge von Roland sind bisweilen ziemlich ordinär. Ausdrücke, vulgäre und obszöne Gespräche (und Taten) sind neben der Beschreibung der Wüste und der Cowboystadt Tull die wichtigsten Anstöße für den Leser, im ganzen monumentalen Werk immer wieder an Westernfilme mit Clint Eastwood zu denken. Und dennoch: Die Zivilisation Rolands ist vollkommen unterschiedlich von unserer – existiert sie doch auch auf einer anderen Welt. Jake wiederum spricht eine moderne Gegenwartssprache, manchmal auch einen New-Yorker Dialekt – seine Verwirrung und die Andersartigkeit seiner Herkunftswelt werden deutlich. Weitgehend fröhlich und höflich – man könnte meinen: Verkehrte Welt – ist hingegen der Gegenspieler Marten, Walter oder einfach der Schwarze Mann. Er kleidet seine brutalen und schicksalhaften Eröffnungen Roland gegenüber in wohlbedachte, klare aber auch erhabene Worte, was seinen Überlegenheitsanspruch nur verdeutlicht, da der Revolvermann tatsächlich nur mit Revolvern wirklich gut umgehen kann. Abschließend möchte ich noch auf die Meisterfertigkeit Kings aufmerksam machen: Die Erfindung neuer Metaphern, Bilder und Vergleiche ist wohl seine Königsdisziplin. Hierin liegt auch im Dunklen Turm meistens das Moment des Horrors: Die größten Gefahren kleidet der Erzähler in teils widersprüchlich schöne Wörter – was den Effekt des Schauderns nur verstärkt. Ein unsichtbarer Dämon, dem Jake beinahe verfällt und den Roland besiegen muss erscheint so zunächst einmal als „ein Leib aus Wind, (…) Rosen und Geißblatt“; diese Ansammlung von Düften wird jedoch im nächsten Augenblick sehr gefährlich. Oder die Vorahnungen Rolands, Jake betreffend: Er träumt von einem „Heiligen aus Alabaster, dem ein Nagel durch die Stirn getrieben worden war“. Das Grauen kommt auf leisen Pfoten und packt einen inmitten der oft vermeintlich idyllischen Fantasystory umso heftiger.
Vor meinem Resümee möchte ich auch noch die Schwächen des Buches erwähnen: Die leere, unbarmherzige Wüste, die Roland durchwandert, wird manchmal wirklich ziemlich unbarmherzig – zum Leser. Der Roman hat einige Längen. Auch sind viele der Details, die immer wieder eingestreut werden, noch unklar und verwirren beziehungsweise langweilen daher mehr, als dass sie nützen. Allerdings fügt sich alles spätestens im siebten Band zu einem großen Bild zusammen. Nicht jeder Manns Sache und auch nicht immer zweckmäßig sind die vielen Schimpfwörter und die schlichtweg vulgären Stellen – dies ist aber wohl ein Mittel (oder Makel) des Autors. Je nachdem, welche Literatur man gewohnt ist: auch ich habe mich zu Beginn daran gestoßen. Aber im Gesamteindruck tritt diese Sache weit zurück.
Der Schwarze Turm und die Einleitung Schwarz; für mich grandiose Literatur. Ich kenne nicht viele Epen, die über so viele Seiten hinweg ihre Leser auf eine Reise mitnehmen. Und noch weniger, bei denen man unterwegs nicht irgendwo auf der Strecke bleibt. Wer sich gerne einmal fesseln lässt, den Alltag hinter sich lassen will und dafür auch die Strapazen einer teilweise brutalen, furchterregenden Suche auf sich nimmt – der Dunkle Turm erfüllt diese Aspekte voll und ganz. Und wenn King trivial ist – sei’s drum. Unterhaltung ist eben auch eine ernst zu nehmende Disziplin der Literatur, das vergisst so Mancher. Stephen King sieht diese Frage übrigens ziemlich gelassen:
Das Ergebnis – zu Freud oder Leid – liegt nun vor (…). Egal, was man letztlich davon halten wird, die Geschichte von Roland ist jetzt vollbracht. Ich hoffe, sie bereitet Freude. Ich habe mich königlich amüsiert.
Warum wir Chewbacca wohl nie treffen werden 1. Juli 2008
Posted by frischmax in Kino, Literatur, Nachgedacht, Weltenbasteln.Tags: Aliens, Chewbacca, Mensch, Science Fiction, Star Wars
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Star Wars ist neben Star Trek wohl die einzige Science-Fiction Reihe, in der die fremdartigen Kulturen nicht einfach nur niedergemetzelt werden sondern in den Fokus der eigentlichen Story rücken. Wer kennt nicht diese tollen Szenen auf der Raumstation oder in der „Mos Eisley Cantina“, wo sich das (erdachte) Universum in seiner ganzen Vielfalt tummelt? Toll, dass es Wesen gibt, die mehr als zwei Arme und Beine besitzen und somit mehrere Bierkrüge gleichzeitig halten können, möchte man da denken.
Doch, bei allen zotteligen und manchmal auch ekligen Viechern, die sich im Sternenhimmel der Literatur und Filme tummeln; wie realistisch sind diese Szenarien? Axel Meyer, Zoologe und Evolutionsbiologe, bezweifelt das [1]. Egal, wie komisch und exotisch etwa Chewbacca wirkt: Genau wie viele andere Wesen aus dem Star-Wars-Universum hat er doch einiges gemeinsam mit uns Erdenbürgern: Die Physiognomie, also ein etwa gleichgroßer und bilateralsymmetrischer Körperbau, ist der des Menschen sehr ähnlich – wenn man Jabba den Hutten einmal ausklammert. Auch verfügen die auf den ersen Blick fremdartigen Kreaturen über ähnliche kommunikationsmittel: Mimik und Gestik, aber auch eine grammatikalisch organisierte Sprache ermöglichen ja erst die Interaktion mit den menschlichen Charakteren.
Tatsächlich ist die Science-Fiction-Welt wie auch die klassische Fantasie geprägt von humanoiden
Wesen. Selten haben wir es mit so abartig-andersartigen Wesen wie etwa dem Alien aus den gleichnamigen Filmen zu tun. Meistens dreht es sich um Vulkanier, Romulaner oder, um bei Star Wars zu bleiben, um verschiedene Menschengeschlechter. Warum ist das so? Warum treffen wir Menschen auch bei den weitesten Gedankenreisen noch auf uns ähnelnde Geschöpfe? Ist es die verzweifelte Suche nach Verwandten, die sich in der Fantasie fortsetzt wie auch im realen Leben? Waren Autoren und Regisseure einfach nur einfallslos?
Die Suche nach gleichartigen Lebensformen findet sich aber tatsächlich auch in der Realität: Die Nasa geht in vielen ihrer millionenschweren Forschungsprogramme davon aus, dass Leben im Weltall an Umstände gebunden ist, die denen auf der Erde gleichen. So sucht man auf dem Mars nach Wasser und Kohlenstoff – weil aus diesen Bausteinen leben entsteht. Jedenfalls kennt man das so von der Erde. Was aber, wenn es tatsächlich vollkommen andere Arten des Lebens gäbe? Mit einem eingeschränkten Suchmodus werden wir es vielleicht niemals finden. Können wir es überhaupt finden? Vielleicht existieren Formen von Leben, die unsere Sinne nicht erkennen können. Oder fremde Kreaturen verbergen sich hinter vermeintlich bereits erforschten Sphären? Was, wenn Elektronen eigentlich intelligente Wesen sind? Zur Zeit gibt es dafür keine Anhaltspunkte, aber eventuell ja nur, weil wir diese nicht sehen können. Ich denke, es
ist an der Zeit, dieses Denken von der „Krone der Schöpfung“ wirklich zu beenden. Zwar haben die meisten Menschen im Bezug auf die heimische Flora und Fauna längst anerkannt, dass alles Leben seine Berechtigung hat. Jedoch steckt dieses mittelalterliche Bild vom Menschen als Ideal immer noch in uns. Solange wir uns selbst im Weltall vermuten, wie sollen wir denn etwas anderes finden? Stanislaw Lem, über den ich demnächst etwas schreiben möchte, hat es einen Charakter in Solaris treffen formulieren lassen:
Wir sind humanitär und edel, wir wollen die anderen Rassen nicht unterwerfen, wir wollen ihnen nur unsere Werte übermitteln und, als Gegengabe, ihrer aller Erbe annehmen. Wir halten uns für die Ritter vom heiligen Kontakt. Das ist die zweite Lüge. Menschen suchen wir, niemanden sonst. Wir brauchen keine anderen Welten.Mit anderen Welten wissen wir nichts anzufangen. Wir brauchen Spiegel. Es genügt unsere eine, und schon ersticken wir an ihr. Stanislaw Lem, Solaris, 1968
Quelle:
[1] The Brights
Die Anfänge der Romantik 23. Juni 2008
Posted by frischmax in Deutschland, Literatur.Tags: Deutschland, Geschichte, Goethe, Herder, Humanität, Romantik, Völker
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Im Hinblick auf das Studium der Germanistik und Geschichte, dass ich im Herbst aufnehmen möchte, kann es ja nichts schaden, wenn ich mich schonmal ein wenig mit dem Stoff beschäftige, der mich die nächsten Jahre begleiten wird. Immerhin liegt meine Zeit im Deutsch-Leistungskurs schon über ein Jahr zurück; seitdem bin ich der Literatur nicht mehr so nahe gekommen, wie ich es gern gehabt hätte.
Ich werde also nun in wahlloser Reihenfolge über Autoren und Epochen der deutschen Literatur schreiben. Wer weiß, vielleicht kommt am Ende eine zusammenhängende Serie dabei heraus. Für den Anfang muss die Romantik herhalten; dazu habe ich am meisten Muse (weil mir einige Bücher darüber vorliegen) und Lust. Beginnen möchte ich wenigstens dieses Mal am Anfang:
Johann Gottfried Herder gilt gemeinhin nicht als Vertreter der Romantik. Im Gegenteil, er gehört zum „klassischen Viergestirn“ der Weimarer Klassik, wird in einem Atemzug mit Goethe, Schiller und Wieland genannt. Auch reichen sein Leben und Werk nur knapp in die gefestigten Jahre der Romantik hinein. Und doch, bei Herder finden sich Denkweisen und Thesen, die erstmals grob umreißen, was die Romantiker später präziser formulieren werden. Doch zunächst passt Johann Gottfried sehr gut in die Klassik. Anstatt der religiösen Prägung zu folgen, die ihm seine Eltern mit auf den Weg gaben, studiert er nicht nur Theologie, zunächst gilt sein Interesse der Chirurgie, doch als er als Lehrer über ein gesichertes Einkommen verfügt, schließt sich Herder 1762 einem gelehrten Kreis an der Universität Königsberg ein, wo er Vorlesungen Kants lauscht. Astronomie, Metaphysik, Mathematik, Moralphilosphie – Herder bildet sich in vielen Disziplinen. Später werden die Klassiker fordern, dass der Mensch und die Gesellschaft sich durch Bildung, Ästhethik und Humanität weiterenwickeln. Herder ist hier mit seinem Lebenslauf Vorreiter. Sein Wissensdurst scheint so stark zu sein, dass ihm bald Ostpreußen zu beengend wird. Einen gesicherten Lebensstandard, den er in Riga als Gelehrter, Pfarrer und Mitglied der oberen Schicht hatte, gibt der Wissendsurstige 1769 auf und bricht mit dem Schiff gen Frankreich auf – der Heimat seiner literarischen Vorbilder Rousseau und d’Alembert.
Diese Reise ist es auch, die Herder auf gänzlich neue Gedanken brachte:
So denkt man, wenn man aus Situation in Situation tritt, und was gibt ein Schiff, das zwischen Himmel und Meer schwebt, nicht für weite Sphäre zu denken! [1]
Befreit vom gewohnten Alltag und den Gedankengebäuden seiner Idole und Lehrmeister, finden neue Ideen ihren Platz. Keine realen Abenteuer erlebt der junge Philosoph, dafür weitet sich der geistige Horizont:
Welch ein Werk über das menschliche Geschlecht! den menschlichen Geist! die Kultur der Erde! aller Räume! Zeiten! Völker! Kräfte! Mischungen! Gestalten! Asiatische Religion! und Chronologie und Polizei und Philosophie! Ägyptische Kunst und Philosophie und Polizei! Phönizische Arithmetik und Sprache und Luxus! Griechisches alles! Römisches alles! Nordische Religion, Recht, Sitten, Krieg, Ehre! Papistische Zeit, Mönche, Gelehrsamkeit! Nordisch-asiatische Kreuzzieher, Wallfahrter, Ritter! Christliche heidnische Aufweckung der Gelehrsamkeit! Jahrhundert Frankreichs! Englische, holländische, deutsche [⇐192][193⇒] Gestalt! – Chinesische, japonische Politik! Naturlehre einer neuen Welt! Amerikanische Sitten usw. – – Großes Thema: das Menschengeschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles geschehe! Bis der Genius der Erleuchtung die Erde durchzogen! Universalgeschichte der Bildung der Welt! [1]
In Straßburg trifft er auf den fünf Jahre jüngeren Goethe; Herder führt in an Homer, Shakespeare, Winckelmann, Klopstock und andere Größen heran. Eine zerbrechliche Freundschaft nahm ihren Anfang.
„Seine Einwirkung auf mich war groß und bedeutend.“ (Goethe über Herder) [2]
Goethe fühlte sich Herder unterlegen und Herder heißt längst nicht alle Werke seines Bewunderers gut. Von Herder konnte er nie eine „Billigung erwarten“, er konnte sich „anstellen wie er wollte“ [3].
Goethe holt Herder schließlich doch ein. Allerdings wohl nur in der Ankunft am Weimarer Musenhof. Hierhin ruft der Dichterfürst Herder als Superintendenten; ist es verwunderlich, dass auch hier eine Aubfruchstimmung umsich griff, in der Goethe, Lorenz, Klinger und Schiller ihre „wilden Jahre“ zu feiern wussten und das „starke Leben“ priesen? Ganz wie Herder Jahre zuvor ließen sie „das Genie“ in sich frei. Die bessere Anlage in jedem Menschen musste nur frei strömen können, so glaubten die Stürmer- und Dränger. Das idol war hingegen mit anderen Dingen beschäftigt, die erst eine Literaturepoche später wieder auftauchen sollten, und zwar um einiges heftiger. Mit dem Gedanken, dass Natur, Geschichte und Kultur allesamt einer Entwicklung unterliegen, griff er den Romantikern (und nicht nur ihnen) weit vorau. Das alle Stufen dieser Entwicklung ihre Berechtigung haben, dass nicht ein verlorenes Paradies in einer ungewissen Vergangenheit das Ideal sein muss. Das in dieser Entwicklung Erreichte ist für Herder das „Lebensmilieu“, das sich der Mensch erschafft. Erst die modernen Anthropologen werden so weit gehen und den Menschen als „kulturschaffendes Mängelwesen“ sehen – bei Herder finden sich jedoch schon Grundzüge dieser These [4]. Diese Kulturen, die sich jedes Volk selbst schafft, zieht ihn an, sie interessiert ihn. Seine Sammlung von Volksliedern verschiedener Nationen und Völker dient dem Gedanken der „Pluralität der Volksgeister“, er will die Anderen besser verstehen. Das Herder dies absolut nicht in dem Sinne Verstand, den heute Rechtsextreme nutzen um ihren Rassismus zu verschleiern (Pluralität ist bei ihnen die Trennung von Ethnien und Nationen) wird an folgendem Eintrag in seinen „Briefen zur Beförderung der Humanität“ deutlich:
Offenbar ist’s die Anlage der Natur, daß wie ein Mensch, so auch ein Geschlecht, also auch ein Volk von und mit dem andern lerne, unaufhörlich lerne, bis alle endlich die schwere Lektion gefaßt haben: »Kein Volk sei ein von Gott einzig auserwähltes Volk der Erde; die Wahrheit müsse von allen gesucht, der Garte des gemeinen Bestens von allen gebannt werden. Am großen Schleier der Minerva sollen alle Völker, jedes auf seiner Stelle, ohne Beeinträchtigung, ohne stolze Zwietracht wirken. [5]
Die Vielfalt ist wichtig, voneinander lernen statt sich bekämpfen – Humanität in Reinform – und ein bisschen Romantik, weil das gerade zu dieser Zeit noch nicht realisierbar schien. Oder deswegen, weil Herder trotzdem daran glaubte.
Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass Herder nicht nur mit seinem eigenen biografischen Aufbruch auf die Romantiker gewirkt hat – und auch auf die beiden vorausgehenden Strömungen des Sturm- und Drang und der Klassik. Auch die Anerkennung der anderen Völker, die Wertschätzung des „alten“ Liedguts, der Traditionen – all das findet sich in der romantischen Umsetzung in Märchen, Erzählungen und Theorie wieder. Herder sah die Französische Revolution anfangs wie die Romantiker als Aufbruch, als notwendigen Ausbruch. Und genau wie sie erschrakauch der Verfechter von Humanität angesichts des brutalen Verlaufs.
Rüdiger Safranski bringt Herders Bedeutung für die Romantik schließlich gekonnt auf den Punkt:
„Und darum kann man von Herders Gedanken auf offener See sagen: sie sind schon romantisch, weil sie uns einstimmen auf das Schaukeln der Dinge im Strom der Zeit.“ [6]
[1] http://www.zeno.org/Literatur/M/Herder,+Johann+Gottfried/Theoretische+Schriften/Journal+meiner+Reise
[2] http://www.literaturatlas.de/~lc2/goethe_uber_herder_1770.htm
[3] [4] [6] http://www.amazon.de/Romantik-deutsche-Aff%C3%A4re-R%C3%BCdiger-Safranski/dp/3446209441
[5] http://www.zeno.org/Literatur/M/Herder,+Johann+Gottfried/Theoretische+Schriften/Briefe+zur+Bef%C3%B6rderung+der+Humanit%C3%A4t/Vierte+Sammlung


