Eine neue Art Vogel oder: Wenn Parteien mit den Flügeln schlagen 21. September 2008
Posted by frischmax in Politik, Uncategorized.Tags: Demokratie, Flügel, Ortsverein, Partei, Parteipolitik, SPD
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Der Plural in der Überschrift dient aber nur der besseren Lesbarkeit. Schreiben will ich eigentlich nur über eine Partei: die SPD. Allerdings fragen sich schon manche Aussenstehende wie Mitglieder, ob die Sozialdemokraten überhaupt noch eine Partei sind und nicht vielmehr das Endprodukt des ständigen Flügelschlagens: Viel – mehr oder weniger – heiße Luft. In jedem Fall bekommen die Flügel sehr viel Aufmerksamkeit, und daran sind sicherlich nicht nur die bösen Medien schuld.
Denn wer sehenden Auges und mit offenen Ohren zur Basis geht, in diesem Fall also ein heimatlicher Orstverein, der kann angesichts der vielen verschiedenen Definitionen der drei Buchstaben SPD schier verzweifeln. Bewerten möchte ich diese Verschiedenheit nicht, könnte sie doch auch positiv als Vielfalt erklärt werden. Allerdings verwirrt es schon, wenn beispielsweise Vorurteile gegen Homosexuelle oder Ausländer zu Tage kommen, die man mittlerweile schon bei tiefschwarzen Stammtischen eher selten vermutet. So geschehen bei einer Ortsvereinssitzung in diesem Sommer: unverhohlen gaben da Delegierte zu, dass eine lesbische Parlamentarierin genau wegen diesem Attribut nicht unterstützt worden sei: „Jetzt vor der Landtagswahl sollten solche potentielle Wähler abschreckende Eigenschaften eben nicht in die Medien kommen“. Was für ein unausgegorenes Gewäsch! Immerhin wurde besagte Dame bereits zweimal wiedergewählt – und als Frauenbeauftragte kann und muss sie bestimmte Themenschwerpunkte wahrnehmen.
Aber auch die deutschlandweit bekannten Flügel rechts und links des – hoffentlich – Kopfes, also die „linke“ SPD und die Agenda-Verfechter treten schon im Wirtshaus oder auf der kommunalpolitischen Bühne auf. Ich durfte einige Wortgefechte miterleben, und nicht nur durch Becks Rücktritt kam es zu heftigem Streit. Was die SPD sein soll und, noch viel mehr, was sie denn wollen soll – das ist selten klar. Und keine These darüber findet mehr als eine Handvoll Unterstützer. Ein prominenter Indikator der verschiedenen Richtungen in der SPD und ihr nahestehenden Organisationen sind die Jusos. Unlängst war ich bei der Neugründung der Jusos hier im Kreis zugegen. Wie das durch die Parteistruktur bedingt nunmal so ist, war ein Juso der nächsthöheren Ebene anwesend. Schnell wurden die Neumitglieder in die Statuten eingewiesen: Frauenquote, Wahlmodi und, sehr wichtig, Haltung der Jusos. Die ist nämlich eine, wie manche Jusos meinen, äußerst Linke. Und so gerieten auch hier wieder die linken mit den mittleren oder rechten SPD/Juso-Mitgliedern aneinander. Eingeladene SPD-Vertreter sahen sich im gerade in Bayern geläufigen Schlagwort von den „Krawallsozis“ bestätigt, die doch alle Feministen und Kommunisten sind, klar. Ein Streitgespräch über die Sache Beck trug nicht zur Schlichtung bei. Wiedereinmal stand Meinung gegen Meinung, und für einige wohl auch Wahrheit gegen Wahrheit: Die Flügel schlagen kräftig, und beide wollen in unterschiedliche Richtungen fliegen – seltsamer Anblick, seltsamer Vogel. Noch nie von so einem Exemplar gehört, ehrlich.
Natürlich will ich das Lager- und Flügeldenken nicht verdammen. Es ist ein Markenzeichen – ein gutes! – der SPD, das leidenschaftlich gestritten wird. Diskussion, Streitgespräch, Meinungsaustausch – man mag es nennen wie man will, aber fest steht: Das Prinzip der Demokratie geht der SPD durch Mark und Bein und verbindet sogar die zerstrittenen Flügel. Aber: Das Politik und auch Parteipolitik eben nicht aus dem Durchsetzen nur einer Meinung bestehen sollte, dass ist noch nicht übrall angekommen. Kompromisse waren und sind nötig, damit beide Flügel zumindest ab und an gemeinsam für eine Richtung schlagen. Wenn aber schon auf den untersten Ebenen einer Partei, in der Basis, Lager gebildet werden und sich jedes Grüppchen hinter seinem eigenen Graben verschanzt, wenn keiner bereit ist, einen Schritt auf den Anderen zu zugehen: Das bringt niemanden weiter. Demokratie heißt nämlich auch: Damit leben zu lernen, einmal nicht der hundertprozentige Gewinner zu sein.
Gott spielen 19. Juni 2008
Posted by frischmax in Computerspiel, Weltenbasteln.Tags: Computerspiel, Erschaffen, Game, Gott, Kreatur, Spore
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Gestern habe ich noch vom Erschaffen ganzer Welten geschrieben. Und heute stolpere ich über ein Programm, mit dem man auch die Bewohner erschaffen kann – und man braucht dazu nicht wirklich lange, im Gegensatz zu den diversen ominösen Schöpfungsakten der Religionen, in denen die Genese zumeist Tage oder Wochen in Anspruch nimmt. Gut Ding will Weile haben – muss es aber nicht, wie der „Creature Creator“ beweist. Dieses Labor zum seit langem erwarteten Spiel Spore (ein Reim!) bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, mehr oder weniger abstruse Wesen zu erstellen. Wie wir es von Sims-Erfinder und federführendem Entwickler von Spore, Will Wright, gewohnt sind, kommt das Programm mit kinderbabyleichter Bedienung daher, quietschbunt und schön schräg. Die Schöpfung dauert hier nicht lange, schon gar nicht sieben Tage, und ausruhen muss man sich hinterher auch nicht.
Im Folgenden möchte ich gern einige meiner Kreationen präsentieren. Für einen Appetizer, denn sicherlich soll das Tool Spore wieder in die Medien und Köpfe bringen (es wird ja immerhin seit einigen Jahren entwickelt), bietet es auch ohne die kostenpflichtige Vollversion viele Möglichkeiten.
Das Sho’Kra, ein stromlinienförmiges und schlangenartiges Wesen. Die drei scharfen Mandibeln zerlegen die Nahrung, die die beiden Stielaugen erfassen, in mundgerechte und leicht zu verdauende Stückchen. Zwar wird das Sho’Kra mehrere Meter lang, erreicht dabei aber nur bis zu 30 cm Durchmesser. fsdDer Krokotyrex ist am ehesten mit dem irdischen Urzeitwesen Tyrannosaurus rex zu vergleichen. Große Klappe, dünne Ärmchen – aber ganz schön bissig. sfsf
Der Batzen. Der Name sagt alles und ist ganz sicher nicht phantasielos sondern schlichtweg bezeichnend.
Nunja, ein kurzweiliger Zeitvertreib, der Lust macht auf mehr. Schön für EA-Games, dass sie mit dem kostenpflichtigen Editor auch schon vor Erscheinen des Spiels ordentlich Geld machen können. Seit Erscheinen vor zwei Tagen wurden mehr als (momentan) 400.000 Wesen erstellt; schätzungsweise zwei neue Kreaturen pro Sekunde kommen hinzu. Und das bei einer Demo – mit dem Volltitel „Spore“ dürfte EA dann im Herbst mindestens soviel Geld machen wie seinerzeit mit Sims – bedeutet das, dass auch Spore mit Add-Ons noch in Jahren Geld scheffeln wird? Ich bin mir da fast sicher.



